Teilzeitborussin
Begründung: Teilzeitborussin
von Christof Siemes
Im Dschungel der Fußball-Blogs ist die Teilzeitborussin eine besonders exotische Pflanze - die Frauen, die sich in der Szene tummeln, kann man an einer Hand abzählen. Aber Gisela Schneider braucht keine Quote, um für den Max vorgeschlagen zu werden.
Aufgewachsen in einer Fußballfamilie am Niederrhein, ist ihr Blick auf die Borussia aus Mönchengladbach und den Sport insgesamt geprägt von „zwei sehr gegensätzlichen Filterblasen“, wie sie schreibt, „nämlich dem dörflichen Stammtisch und meiner Twitter-Timeline“. Daraus ergibt sich eine einzigartige Mischung: Ihre Texte enthalten keine Vereinsinterna, sondern elegant formulierte, kluge, angenehm unaufgeregte und selbstreflexive Einsichten in das Wesen des Fan-Seins.
Der Blog braucht keinen digitalen Schnickschnack, um ganz „heutig“ zu wirken und einen unverwechselbaren Ton zu entwickeln. Bemerkenswert auch die interaktive Charity-Idee der Autorin für ihre follower: Ihr spendet Geld für Flüchtlinge, ich stricke Euch eine Mütze. Das ist allemal eine Auszeichnung wert.
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