"Österreich ist nicht Neuseeland"

Alaba, Hinteregger, Mateschitz, fertig. Was fällt Ihnen ein zu Fußball und Österreich? In unserer Interview-Reihe zum Themenjahr Europa haben wir uns aufgemacht, das unbekannte Nachbarland zu erkunden. Wir trafen Thomas Pöltl, den Leiter der Österreichischen Fußballbibliothek in Wien, der sich zudem als experimenteller Autor versteht und selbst in einer Wiener Amateurliga kickt. Zweite Interviewpartnerin ist die Journalistin Nicole Selmer, die von sich selbst sagt: "Meine Fußballnähe ist eine des Schauens und des Konsumierens." Dabei ist sie ungemein aktiv: Sie hat mit Watching the Boys Play das erste Buch über weibliche Fußballfans verfasst, begleitete deutsche Fanbotschaften zu vielen internationalen Turnieren und hat das Netzwerk F_in – Frauen im Fußball mitgegründet. Sie schreibt als stellvertretende Chefredakteurin für den ballesterer. Auch Thomas Pöltl hat eine Kolumne in dem österreichischen Magazin. (Das Interview wurde Mitte Februar 2020 geführt)

Nicole, du kommst aus Deutschland, bist BVB-Fan, lebst in Hamburg – du hast also die Außen- und die Innensicht. Ist Österreich überhaupt ein Fußballland?

Nicole Selmer: Anders als in Deutschland ist Fußball nicht alles. Es gibt ja noch diesen merkwürdigen Skisport [lacht]. Das ist für die Mainstream-Medien relevant. Und – das ist insgesamt fürs Schreiben über Fußball in Österreich wichtig – der österreichische Fußball hat seine großen Zeiten hinter sich. Vielleicht hat er auch noch einmal welche vor sich, aber er ist eher nicht erfolgreich. Auch bei alternativen Medien schwingt dieses Bewusstsein der eigenen Geringbedeutung auf eine Art immer mit. Das kann auch humorvoll sein. Wenn man in den Fanszenen damit kokettiert, zum Beispiel bei Rapid Wien mit seiner riesigen Fanszene, soll natürlich trotzdem rüberkommen „Uns gibt's schon viel länger als einen Haufen anderer Fangruppen".

Sportlicher Erfolg ist also egal?

Nicole: Der sportlich erfolgreiche Verein in Österreich ist Red Bull. Red Bull ist zentral. Das formt das Schreiben und Sprechen über Fußball. Etwas, woran sich Fans reiben und natürlich auch wir als Medium. Wogegen man sich abgrenzt, wogegen man auch anschreibt. Red Bull verkörpert viel von dem, was wir am Fußball problematisch und falsch finden.

Thomas Pöltl: Ich glaube, es wurde erkannt, dass Red Bull nur ein Synonym ist für die Entwicklung, die der Fußball im Allgemeinen genommen hat. Sprich: den Turbokapitalismus. Wenn man nach England schaut oder Spanien, relativiert sich das auch wieder. Und Red Bull hat's ja auch geschafft, in Deutschland Fuß zu fassen. Insofern hat mich das von Anfang an gar nicht so aufgeregt. Es war relativ klar: Der Fußball geht diesen Weg als Massenphänomen, in dem Unsummen an Kohle verheizt werden.

Nicole: Naja. Es ist schon etwas Anderes, ob du als Sponsor Werbung machst bei einem Verein, versuchst, hinter den Kulissen ein bisschen mitzureden oder ob du sagst: „Wir haben ein Produkt. Wie verkaufen wir das jetzt? Ach schnappen wir uns doch einen Fußballverein und modeln den um.“ Das hat in Österreich angefangen und das prägt auch den österreichischen Sportjournalismus. Auch, weil das Geld von Red Bull auf allen Ebenen eine große Rolle spielt.

Und die andere, romantische Seite: Die Vorstellung vom Fußball wie er einmal war, wie er sein soll. Wie wird das hier gelebt?

Thomas: Speziell in Wien gibt's noch andere Beispiele außer Rapid. Es gibt den Wiener Sportclub oder die Vienna. Dafür, dass die Vereine unterklassig spielen, sind das große Szenen. Man kann sie nicht unbedingt Ultra nennen, aber du hast da eine andere Fankultur. Vor allem die Friedhofstribüne vom Wiener Sportclub ist ja über die Grenzen hinaus bekannt. Junge Leute können hier noch diesen Fußball leben wie er früher war. Ohne Stress, ohne Gewalt. Wo nicht vorrangig der Gegner runtergemacht wird, sondern in erster Linie die eigene Mannschaft unterstützt wird. Und wo auch der Druck der Fans nicht so groß ist, dass der Verein unbedingt im Profifußball sein muss. Die Fans sind mehr oder weniger zufrieden so wie es ist. Damit ist eine ganz große Identifikation verbunden.

Geht Identifikation ohne Rivalität? Man spricht auch vom Derby of Love zwischen dem Sportclub und der Vienna. Was ist da dran?

Thomas: Es wird immer noch so vermarktet teilweise. Ja. Aber die Fans von beiden Seiten haben die Schnauze voll davon [lacht].

Die Schmähung des Gegners ist das Eine, Diskriminierung etwas Anderes. Wie sieht’s denn überhaupt aus mit Diversität im österreichischen Fußball?

Thomas: Zurzeit ist es – mein Eindruck – relativ entspannt. Man hört immer wieder mal etwas von den Kurven, aber keine größeren Skandale. Die Fairplay-Initiative hat sehr gute Arbeit geleistet die letzten Jahre und auch Druck ausgeübt. Es hat eine gewisse Sensibilisierung stattgefunden. Heißt natürlich auch, das kann morgen schon wieder anders sein. Da braucht man sich nichts vormachen.

Nicole: Ja genau. Das Nationalteam der Männer hat deutlich Stellung bezogen. Anteilsmäßig spielen hier Leute aus Ex-Jugoslawien eine größere Rolle als in Deutschland. Als 2015 viele Flüchtlinge nach Österreich gekommen sind, war es auch ein großes Thema im Fußball. Prominente Spieler oder deren Familien sind eben selbst einmal Flüchtlinge gewesen. Oder Migranten. Das sind Menschen mit starken Stimmen. Jemand wie Arnautovic äußert sich vielleicht nicht auf eine Art, wie es ihm eine NGO schreiben würde. Aber so, dass man hinterher genau weiß, was er meint. Leider ist so etwas immer auch brüchig. Sobald Fehler passieren, ist doch eher der Jugo schuld als derjenige, dessen Familie schon vor 60 Jahren in Kärnten gelebt hat. Und man merkt dem Land die jahrzehntelange Anwesenheit der FPÖ an. Wenn Alltagsrassismus gesellschaftlich akzeptierter wird, dann ist Rassismus auch im Stadion akzeptierter. Widerstand dagegen gibt es aber genau wie in Deutschland auch in Österreich.

Ein Blick zurück. 2008 hat Österreich zusammen mit der Schweiz die Europameisterschaft ausgerichtet. Was hat die EURO dem Land gebracht?

Thomas: Tja, das frag ich mich auch! Es war schon vorher allen klar, dass es vom Sportlichen her nicht wirklich die große Geschichte werden wird. Viel wichtiger wäre es gewesen, in die Sportstätten zu investieren. Es wurde in Klagenfurt dieses unsägliche und vollkommen unmögliche Stadion gebaut. In dem jetzt ein Wald gepflanzt worden ist. Was eh viel besser dazupasst. Das war eine politische Geschichte mit Jörg Haider. In Graz gab‘s ein großes Stadion, das ziemlich in Ordnung war, aber es wurde stattdessen in Innsbruck investiert. Und das damalige Happel-Stadion, das größte in Österreich, wurde gerade mal so renoviert. Jetzt ist es nicht mehr tauglich und wird den internationalen Maßstäben überhaupt nicht mehr gerecht.

Wie schaut man jetzt auf die EURO 2020? Der ÖFB ist qualifiziert – gibt’s eine Vorfreude?

Nicole: Welche Form das genau annimmt, wird sich erst kurz vorher entscheiden. Ich fürchte, dass es eine gewisse kleine Traumatisierung durch die EM 2016 gibt, in der an Traumatisierung ohnehin nicht armen österreichischen Fußballseele. Man ist mit sehr viel Zuversicht und auch mit guten Leistungen im Gepäck hingefahren und nach drei Spielen wieder nach Hause gekommen. Ein Jahr später übrigens dann die EM der Frauen. Das österreichische Team hatte sich zum ersten Mal überhaupt für etwas Größeres qualifiziert. Und die Frauen haben den Traum gelebt. Die haben's einfach gemacht und sind ins Halbfinale gekommen. Außer ihnen selbst hatte niemand damit gerechnet und das ist total gefeiert worden.

Thomas: Da haben ganz andere Fußball geschaut plötzlich, auch bei Public Viewing Veranstaltungen. Es war schön zu beobachten, wie unterschiedliche Menschen, die du vorher so in dem Kontext nicht gesehen hast, das verfolgen – durchaus auch leidenschaftlich. 

Nicole: Der sportliche Vergleich zu den Männern ist natürlich ungerecht. Die Frauen waren unbelastet. Sie hatten nicht diese Riesenerwartungen um den Hals hängen. 

2016 gibt es jedenfalls als Vorgeschichte und deswegen glaube ich, es wird vor dem Turnier eher wieder dieses alte "Naja, wir fliegen sowieso in der Vorrunde raus" geben. Aber sobald der erste Pass gelingt, dann denken alle "Ja und Deutschland schlagen wir auf jeden Fall!" 

Was Deutsche und Österreicher gemeinsam haben: die Sprache. Josef Hickersberger konnte im EM-Jahr 2008 den Preis für den deutschen Fußballspruch des Jahres gewinnen: „Wir haben nur unsere Stärken trainiert, daher war das Training nach 15 Minuten abgeschlossen.“ Zitate, von denen ihr sagt: Sollte eine deutsche Leserin kennen!

Thomas: "Hoch weamas nimma gwinna". Beim legendären 0:9 in Spanien ist der österreichische Verteidiger Toni Pfeffer in der Pause gefragt worden, wie denn die 2. Halbzeit angelegt wird. Dann kam dieser Spruch. Der war großartig.

Nicole: JA!!! Das trifft genau die Mentalität. Weil es so ein Klischee illustriert. Dieses sich in Niederlagen fügen. "Man hat's ja eh vorher gewusst." Und dann doch so einen kleinen ironischen Schlenker geben. Das finde ich ein sehr gutes Beispiel. 

Das Österreichische ist bisweilen auch eine ganz eigene Sprache – was zur Hölle bedeutet eigentlich "Ballesterer", kannst du uns das erklären, Nicole?

Nicole: Eigentlich werde ich häufiger gefragt, wie man das ausspricht. Ballesteerer oder wie?" Richtig ist: Ballésterer. Mit Betonung auf der zweiten Silbe. Es ist ein Wiener Ausdruck. Ein altmodischer Begriff vom Beginn des 20. Jahrhunderts für einen Fußballer mit der Tendenz, eher schön und verspielt zu spielen. Mein Eindruck ist, dass sich diese Nuance eher abgeschliffen hat. Das Wort wird auch heute durchaus noch verwendet, eher schriftlich als mündlich. Und inzwischen synonym für Fußballer. "Unsere Ballesterer werden es im Sommer schon packen bei der EM."

Um welche Fußball-Begriffe sollte man euch beneiden?

Thomas: "Fetznlaberl" zum Beispiel. Fetzn: Zerrissener Stoff. Laberl: Ein Begriff – [lacht] ach ihr kennt's des ja ned. Fleischlaberl gibt's. Faschierte Laibchen (Frikadelle, Bulette). Aber Fetznlaberl ist schlicht und ergreifend ein Fußball. Es gibt sogar Österreichisch für Fußballfans. Ein eigenes Buch, in dem sehr viele Begriffe drinnen stehen. "Gurkerl" Das ist der Tunnel. Drübersteiger. Eisenbahner. Es gibt viele alte Begriffe noch, die jetzt teilweise kaum mehr verwendet werden, die aber schon noch erwähnenswert sind. 

Fußball und Sprache – da ist’s nicht weit zur Literatur. Was hast du damit zu tun, Thomas?

Thomas: Nachdem aus meiner Fußballkarriere nichts geworden ist, habe ich eine Form der Kompensation gefunden: Meine zwei großen Leidenschaften Literatur und Fußball sind hier in der Fußballbibliothek zusammengelaufen.

Das hab'ich mir am Anfang ehrlich gesagt viel einfacher vorgestellt. Aber je länger und mehr ich da drinnen bin, umso mehr wird mir bewusst, dass es ein unendliches Projekt ist. Es gibt keine vollständige Sammlung, was Fußballliteratur anlangt. Deswegen bin auch relativ entspannt, weil ich weiß, ich stolpere immer über Sachen. Das ist eine Art Magnetismus, den's da gibt.

Zum Beispiel dieses Sportwappen Fußball Album aus den frühen 30er Jahren. Von Kurmark Cigaretten. Das musste ich haben. Wo in jeder Packung so ein Vereinswappen drinnen war, das man sammeln konnte. Es ist einfach wunderschön gemacht. Allein diese Sammelmappe ist großartig. Und dann die einzelnen deutschen Vereinswappen. Das ist derzeit mein größter Schatz.

Hast du einen Literaturtipp aus Österreich?

Thomas: Mein Lieblingsfußballbuch "Zidane und ich" ist leider von einem Schweizer Autor… Gegen den Ball. Wenn Autoren kicken von 2017. Die Autorennationalmannschaft wollte nach 2008 noch einmal ein Buch herausgeben. Ihre ausgetragenen Länderspiele dienen als roter Faden. Wir haben die anderen Mannschaften eingeladen, Schriftsteller und auch Schriftstellerinnen, jeweils eigene Texte bereit zu stellen. Jedes unserer Länderspiele hat einen Text von einem österreichischen Autor und von der gegenüber-Mannschaft. Und so ist eine meines Erachtens sehr schöne Fußball-Literatur-Anthologie herausgekommen. Die fremdsprachigen Texte sind im Original abgedruckt und übersetzt worden und es gibt kein Genre, das nicht vertreten ist. Comic, Prosa, Lyrik sowieso. Es ist auch ein europäisches Projekt.

Warum sollte ich als Deutsche mit Fußballinteresse überhaupt den ballesterer lesen?

Nicole: Weil es für Deutsche so einen Blick aus dem Augenwinkel erlaubt. Es ist auf Deutsch geschrieben, du verstehst alles, aber dann gibt es vielleicht mal Wendungen, über die du stolperst. Die du nur über den Kontext verstehst. Sprachlich und inhaltlich. Wir schreiben über deutsche Themen, internationale Themen, aber eben auch über Österreich. Es ist ja nicht Fußball in Neuseeland, auf der anderen Seite der Welt. Es ist Fußball nebenan, nur gibt es eben diesen kleinen Twist. Diese etwas verschobene Perspektive.

Thomas: Mir ist aufgefallen die letzten Jahre, seit ich mich mit Fußball-Kultur und Fußball-Literatur beschäftige, dass StadiongeherInnen nicht unbedingt Menschen sind, die sich für Fußball-Kultur interessieren. Es gibt neben den Fußballfans, wie man sie sich vorstellt, auch viele andere Menschen, die etwas sammeln, die schreiben, die sich damit auseinandersetzen. Das ist ein großes Spektrum. Wir versuchen das mit den KollegInnen: den Horizont zu erweitern. Dass es eben nicht nur das Spiel ist, das es zu sehen gibt. Sondern was daran alles hängt. An Hand des Fußballs kannst du einige Mechanismen gut erklären, wie's in der großen weiten Welt vor sich geht. Und das ist das Faszinierende. Was der Fußball alles in sich hat.

Den ballesterer nennt ihr selbst Magazin zur offensiven Erweiterung des Fußballhorizonts.

Nicole: Ja, der ballesterer ist entstanden aus einer Unzufriedenheit damit, was es in Österreich an Fußball-Journalismus oder an Sportjournalismus gab bzw. nicht gab. Wir sehen Fußball nicht im Vakuum, sondern eingebunden in die Welt. Uns ist wichtig, eben auch den Leuten am Rand eine Stimme zu geben. Ganz buchstäblich. Also denjenigen, die am Spielfeldrand, auf den Tribünen stehen. Die Fans miteinzubeziehen. Nicht nur, indem man über sie schreibt, sondern indem man sie zu Wort kommen lässt. Wir haben außerdem das Selbstverständnis, dass wir Stellung beziehen. Und das tun wir auch ganz klar mit dem Bewusstsein, dass Fußball politisch ist, dass das, was auf dem Feld passiert und daneben, Einfluss hat auf die Gesellschaft. Und dass Gesellschaft Einfluss auf das hat, was im Fußball passiert.

Geht das noch jemand so an in Österreich, Thomas?

Thomas: Das ist eine überschaubare Szene. Es geht in den Medien, anders als in Deutschland, kaum um Hintergrundinformationen. Ab und an erscheinen in den Wochenendausgaben der überregionalen Zeitungen etwas längere Artikel, aber nichts Regelmäßiges. Systematisch wissenschaftlich gab’s in den letzten Jahren zwei Konferenzen in Salzburg, ansonsten gibt's den ballesterer. Und die Veranstaltungen des Club 2 x 11, eine Diskussionsreihe über Fußball, die 2006 von den Büchereien Wien, dem ballesterer und tipp3 gegründet worden ist: Ein kleines Team aus der ballesterer-Redaktion, von fairplay und den Büchereien entwickelt dafür gemeinsam Themen: Fanfragen. Oder Frauenfußball. Pyrotechnik. Türkische Fans in Österreich. Ex-jugoslawische Fans. Homophobie. Oder damals Wettskandal. Breit gestreut. Vier- bis sechsmal jährlich laden wir interessante Personen zu einer öffentlichen Diskussion hier in die Wiener Hauptbücherei ein.

Die Interviews führte Birgitt Glöckl

Fußball und Europa: Drei Fragen - drei Antworten von Thomas Pöltl

Europäischer Fußball. An welches Spiel denkst du am liebsten zurück?

[überlegt lang] Irgendwie am liebsten? Das Champions League Finale Bayern München gegen Manchester United. Tut mir leid. Manchester ist auch so kleiner Herzensverein. Ich war da nur erstaunt. So etwas habe ich davor und danach nicht mehr erlebt.

Die Fußballeuropameisterschaft 2020 verfolge ich...

...oh ja, auf jeden Fall. So viel ist klar. Die meiste Zeit dann wahrscheinlich bei meinem Stammwirtn. Bei mir ums Eck. Gutes Bier und nette Menschen. 

Was wünscht du dir für Europas Zukunft?

Dass Europa Europa wird. Endlich einmal. 

Fußball und Europa: Drei Fragen - drei Antworten von Nicole Selmer

Europäischer Fußball - an welches Spiel denkst du am liebsten zurück?

Es gibt natürlich nur eine Antwort. Das Champions League Finale 1997.

Die Fußball-Europameisterschaft 2020 verfolge ich...

...beruflich.

Was wünscht du dir für Europas Zukunft?

Ein Europa ohne Grenzen. Das wünsche ich mir. Für möglichst alle Leute. Und nicht mehr Grenzen. Diese Tendenz umzudrehen, Routen zu schließen und statt Wege zu öffnen - dass finde ich wichtig. Reisen wie man will und mit wem man will. Und dann gemeinsam ins Stadion. Es gibt viele Beispiele. Da reisen Fans durch ganz Europa, von Malmö nach Wolfsburg zum Bespiel vor ein paar Wochen in der Euro League. Die größte Auswärtsfahrt für den Verein seit Jahrzehnten. Dort gab’s dann eine gemeinsame Gedenkminute für die Opfer des rassistischen Terroranschlags in Hanau. Auch die Malmöer Spieler haben mit einer Trauerbinde gespielt. Dieses gemeinsam für bestimmte Dinge einstehen und gegen andere. Das würde ich mir wünschen.