Die Bolzplatzkultur ist immaterielles Kulturerbe in Deutschland
Das Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission hat die Bolzplatzkultur als eine lebendige, niedrigschwellige und generationenübergreifende Ausdrucksform urbanen Zusammenlebens anerkannt, die seit Jahrzehnten fest in der Alltags- und Freizeitkultur deutschlands verankert ist. Gewürdigt wird, dass das Spiel auf Bolzplätzen auf mündlicher Überlieferung, informellen Regelwerken und jugendlichen Aushandlungsprozessen fußt, die soziale Lernkompetenzen, Integration und Partizipation fördern.
Museumsdirektor Manuel Neukirchner: „Der Bolzplatz ist eine offene und partizipative Kulturform sowie ein prägender Sozialisationsraum. Hier treten Kreativität, spontane Selbstorganisation, Fairness und Durchsetzungsvermögen in wechselseitige Beziehung. Für Kinder und Jugendliche ist der Bolzplatz daher eine kleine Lebensschule. Wir freuen uns sehr, dass diese herausragende gesellschaftliche und soziale Bedeutung durch die Aufnahme der Bolzplatzkultur in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes besondere Aufmerksamkeit erfährt.“
Das Engagement des Deutschen Fußballmuseums für die Bolzplatzkultur hat seinen Ursprung in der Sonderausstellung „Schichtwechsel - FußballLebenRuhrgebiet“, die das Ausstellungshaus zum Ende des Steinkohlebergbaus im Jahr 2018 im Rahmen des Projektes „Glückauf Zukunft!“ der RAG-Stiftung konzipierte und präsentierte. Wissenschaftlich begleitet wurde das Antragsverfahren zur Aufnahme der Bolzplatzkultur in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes von Prof. Dr. Jürgen Mittag vom Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln.
Im Capriccio Beitrag "Die Bolzplatzkultur ist immaterielles Kulturerbe" kommt Akademiemitglied Tim Frohwein zu Wort.