„Empfinden Sie Euphorie!“
Oder doch lieber wegschauen? Unsere Sportgroßveranstaltungen am Beispiel Olympia und Fußball WM!
Am 14.5.2014 hatte der Debatte e.V. eine Veranstaltung durchgeführt: "Wem gehört der Sport? Zwischen Sotschi und dem Maracana Stadion in Rio liegt Münster." Was hat sich seitdem getan? Heute stehen wir zwischen den Olympia-Winterspielen in Italien, der Olympia Entscheidung in NRW mit den Bürgerentscheiden am 19.4.2026, siehe https://olympiabewerbung.nrw /und der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko, die am 11.6.2026 beginnt.
Wohin geht die Reise mit dem Spitzen- und Leistungssport und gerät der Breitensport dabei unter die Räder? Gibt es noch eine gute Balance zwischen Leistungs- und Breitensport? Sollen wir die WM in den USA wegen Trump boykottieren und wie es ein aktueller Kalauer sagt: Italien macht das auf eine eigene Art? Sind die Großereignisse noch nachhaltig und was wird aus den Sportstätten danach? Man schaue nach Katar, China, Sotschi und in anderen Regionen. Gehen Großveranstaltungen nur noch in demokratischen Ländern und nicht in die autokratischen? Müssen wir alles gut finden? Wie gehen Medien damit um? Oder wie Tom Theunissen formulierte: „Empfinden Sie Euphorie!“. Wie das „Sommermärchen“ 2006, die WM 2010 oder dann noch die WM 2014 mit dem Gaucho Tanz vor dem Berliner Reichstag?
Und wo bleibt der/die Normalzuschauer*in? Dazu die unermesslichen Eintrittspreise bei der WM: “Für das Finale der Fußball-WM 2026 sind noch Tickets verfügbar. In der Kategorie 3 wird eines für 143.750 US-Dollar gehandelt. Insgesamt ist eine Steigerung in astronomische Höhen zu erkennen.“ „Die grenzenlose Wiederverkaufspolitik der FIFA sorgt bei Final-Tickets der Fußball-Weltmeisterschaft für bislang unvorstellbare Preise.Der Originalpreis für die vier Tickets betrug jeweils 8860 Dollar (rund 7582 Euro). Eingestellt waren die Tickets für einen Basispreis von 1.999.999 Dollar, dazu kommen 15 Prozent Gebühren der FIFA in Höhe von 299.999,85 Dollar.“ (FAZ vom 24.4.26)
Oder sollten wir uns doch auf die konkreten Derbys konzentrieren wie Wanne-Eickel gegen Westfalia Herne oder bald wieder der BVB gegen Schalke 04. Ist der Fußball noch zu retten? Kriegen wir die Balance wieder hin oder sollen wir Großkopferten von Fifa und IOC einfach ignorieren.
Und was passiert nach der Abstimmung in NRW zu Olympia? Die Städte bis auf Herten haben mit einer zweidrittel Mehrheit für Olympia gestimmt. Was folgt daraus? Die große Bedeutung des Sports als auch Großveranstaltungen auf der einen Seite ist vielen klar und wichtig. Aber die Kommerzialisierung in neuen Dimensionen und das Gehabe von Fifa und IOC auf der anderen Seite steht immer wieder zur Diskussion. Wenn man sich die Bilder vom Februar aus Italien mit den Sieger*innentränen als auch nach den Niederlagen ansieht, kann man das nachvollziehen, wie wichtig dass für die Sportler*innen ist? Braucht es immer wieder neue Idole in den unterschiedlichen Sportarten, um sich sportlich zu bewegen? Von daher die neue Frage: Wohin der geht der Sport? Wie kann die Spannung ausgehalten werden zwischen Sport als große Integrationskraft, als Demokratiemodell und Möglichkeit der Beteiligung für viele Ehrenamtliche auf der einen Seite und auf der anderen Seite die fortschreitende Kommerzialisierung und ein Drängen nach immer Höher, Weiter, Größer?
Eine Veranstaltung von Debatte e.V. Münster in Kooperation mit der Heinrich-Böll Stiftung NRW und der VHS Münster.
Ort: Die Veranstaltung findet nur online statt. Der Zoomlink wird nach Anmeldung rechtzeitig zugesandt.
Teilnehmer*innen: Tom Theunissen, Filmautor, Regisseur und Kolumnist; Dietrich Schulze-Marmeling, Sachbuchautor und Akademie-Mitglied; Moderation: Dorothea Depppermann, MdL NRW
Anmeldungen an info@debatte-muenster.de.
Digitale Zuschaltung (mit und ohne Bild) wird möglich sein. Dazu bitte ebenfalls melden.
Weitere Infos unter : https://debatte-muenster.de/