FC St. Pauli verleiht „Peace Prize“ zum zweiten Mal
Wie die Hamburger Morgenpost berichtet geht der zweite "Peace Prize" geht nach Portland. Und zwar an Anthony Fiori und Kennedy Park Pickup Soccer aus Portland, Maine. „Zusammen haben Anthony und die Kennedy Park-Gemeinde einen inklusiven Raum gebaut, der sich um Fußball dreht, ein Raum, der jeden willkommen heißen, unabhängig von Alter, Rasse, Geschlecht, Nationalität oder Glauben“, schrieb der FC St. Pauli zur Begründung auf Instagram. „Ihr Werk ist ein mächtiges Beispiel dafür, wie das Spiel Menschen zusammenbringen kann."
Erster Preisträger ist Wes Burdine, Betreiber der „Black Hart of St. Paul“ in Minnesota. Seine Bar ist weit mehr als ein Treffpunkt für Fußballfans: Sie ist ein inklusiver Raum für die queere Community und ein Ort gelebter Solidarität. In den vergangenen Monaten hat Burdine mit seinem Netzwerk unter anderem Unterstützung für Menschen organisiert, die von gezielten Einwanderungsmaßnahmen betroffen waren.
Mit der Auszeichnung würdigt der FC St. Pauli Menschen und Initiativen, die sich aktiv für Solidarität, Teilhabe und ein respektvolles Miteinander einsetzen – und setzt damit bewusst ein Zeichen in einer Zeit, in der demokratische und zivilgesellschaftliche Strukturen zunehmend unter Druck geraten. Gerade mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in den USA, in denen autoritäre Tendenzen und gezielte Einschränkungen von Rechten und Freiheiten zu beobachten sind, will der FC St. Pauli diejenigen unterstützen, die sich vor Ort für eine offene Gesellschaft engagieren. Der Peace Prize richtet den Fokus deshalb gezielt auf lokale Akteur*innen, die konkrete Hilfe leisten, Gemeinschaft stärken und sich gegen Ausgrenzung stellen.
Der Preis ist zugleich ein bewusster Gegenentwurf zu Entwicklungen im internationalen Fußball, in denen politische Instrumentalisierung zunehmend sichtbar wird. So hatte die FIFA zuletzt einen „Peace Prize“ an Donald Trump verliehen – ein Schritt, der den Fußball für politische Symbolik vereinnahmt hat. Der FC St. Pauli setzt dem einen anderen Ansatz entgegen: Im Mittelpunkt stehen keine Machtfiguren, sondern Menschen, die im Alltag Verantwortung übernehmen und demokratische Teilhabe konkret stärken.