Theater 

Juller

Die Geschichte von Julius Hirsch

Er war einer der großen Helden der frühen Fußballjahre in Deutschland: Vollblutstürmer Julius Hirsch, genannt "Juller". Populär für seine gebückte Laufhaltung und gefürchtet für seine beidfüßige Schussstärke wurde er mit dem Karlsruher FV und der SpVgg Fürth zweimal Deutscher Meister, er war siebenfacher Nationalspieler und nahm 1912 für sein deutsches Vaterland an den Olympischen Spielen teil.

Einst als Innenstürmer in ganz Deutschland verehrt, wurde Hirsch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zum Verfolgten, weil er jüdischer Abstammung war. Bereits im Frühjahr 1933, wenige Monate nach dem Machtantritt Adolf Hitlers, wurde er aus seinem Stammverein Karlsruher FV gedrängt, dem er bis dahin über viele Jahrzehnte angehört hatte. Im Jahr 1943 wurde der Fußballheld schließlich nach Auschwitz deportiert und im Holocaust ermordet.

Die Geschichte von Julius Hirsch ist eine Brücke vom Vergangenen in die Gegenwart und in die Zukunft – aus Geschichte lassen sich Schlüsse ziehen. Für Furore sorgte bereits die Uraufführung von "Juller" im Theater der Jungen Welt Leipzig im April 2017. Nun feiert das Stück seine Gastspiel-Premiere im Deutschen Fußballmuseum.

Regisseur des Stückes ist Jürgen Zielinski, Deutschlands bedeutendster Regisseur im Kinder- und Jugendtheater und Intendant des Theaters der Jungen Welt. Hauptdarsteller ist der bekannte Schauspieler Philipp Oehme, u.a. bekannt als Thore Hellström aus der ARD-Vorabendserie "Verbotene Liebe".

© Deutsches Fußballmuseum
11.10.2017
19:30 Uhr
Dortmund
Deutsches Fußballmuseum
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