Akademie-Jurorin Anne Hahn über den Siegertitel:

"125 Jahre. Vom VfB zum 1. FC Lokomotive Leipzig" ist zunächst einmal eine Augenweide. Im 500 Seiten starken Buch kommt keine Seite ohne Bild aus. Dokumente, Objekte und Fotos wurden in mühevoller Recherche aufgespürt und grafisch liebevoll zusammengestellt. Inhaltlich gehen Thomas Franke, Marko Hofmann und Matthias Löffler anekdotisch und unterhaltsam vor.

Die Geschichte dieses Leipziger Traditionsclubs ähnelt anderen Vereinen und ist doch unverwechselbar: vom ersten Deutschen Meistertitel 1903 bis zum Eintrag ins Guinness-Buch mit dem Rekord für den höchsten Fanbesuch in der niedrigsten Spielklasse weltweit (2004 kamen 12.421 zum Fan-neugegründeten Lok Leipzig) enthält der Bildband auch die Schwierigkeiten der Nachkriegsphase, die Neugründungen, Umbenennungen und Einflussnahmen, denen Fußballvereine in der DDR unterworfen waren. Es wird ein Stück der DDR-Oberligageschichte erzählt und ein Beispiel für den Niedergang ostdeutscher Clubs nach der Wiedervereinigung, der für viele steht. Auch die Herausforderung, mit rechtsradikalen Fans umzugehen, wird nicht verschwiegen.

Bei ihrer anderthalbjährigen Recherche investierten die Autoren auch erhebliches Eigenkapital in Erstellung, Gestaltung und Druck dieses bezaubernd detailreichen Club-Universums, sogar einen eigenen Verlag gründeten die drei. Es bleibt den Leipzigern zu wünschen, dass die aktuell angestrebte Vereinigung des alten VfB mit dem Fan-gegründeten FC Lokomotive gelingt."

Anne Hahns vollständige Rezension finden Sie  hier.

Zu den Preisträgern der Saison 2019:

Thomas Franke, geboren 1977 in Leipzig, studierte Medien- und Kulturwissenschaften in seiner Heimatstadt. Dort lebt er, abgesehen von einigen Unterbrechungen, noch immer. Neben seiner freien Tätigkeit als Online-Redakteur und zahlreichen Mitarbeiten an regionalen und überregionalen Fanzines und Buchpublikationen ("Von Athen nach Althen", "Neunzehn87" und "50 Jahre 1. FC Lokomotive Leipzig - Die Chronik in Bildern") ist er auch Mitbegründer eines kleinen Verlages.

Marko Hofmann wurde drei Jahre vor dem größten Erfolg seines Vereins geboren und gehörte zum ersten gesamtdeutschen Schuljahrgang seit Ewigkeiten – ohne davon spürbar zu profitieren oder benachteiligt zu sein. Er arbeitet als Lehrer an einem Leipziger Gymnasium und ist journalistisch tätig. Bei der Leipziger Internet-Zeitung schreibt er über Vieles, z.B. über Lok. In Probstheida sitzt er seit 2004 am Mikrofon des Internetradios "Lokruf".

Matthias Löffler kam 1982 in Leipzig zur Welt, studierte nach einer kaufmännischen Ausbildung Politikwissenschaften, Journalistik sowie Sportwissenschaften und war 1985 zum ersten Mal bei einem Fußballspiel. Es folgten verschiedene schreibende und ehrenamtliche Tätigkeiten, z.B. beim 1. FC Lok oder beim FC United of Manchester. Derzeit ist er Onlineredakteur in seiner Heimatstadt.

Die Auszeichnung "Fußballbuch des Jahres 2019" ist mit einem Preisgeld von 5000 € dotiert - gestiftet von easyCredit. Zudem erhält der Sieger die begehrte Preisfigur MAX.

Die Sieger beim Fußballbuch des Jahres