Fans Fanpreis

Kinderbücher über Gewaltfreiheit und Toleranz

Dagmar Jansen wünscht sich in ihrer Fußball-Utopie, dass Vereine Kinderbücher, die Gewaltfreiheit und Toleranz altersgerecht vermitteln, stärker in ihre Bildungsarbeit integrieren.

Mit ihrer Fußball-Utopie bewirbt sich Dagmar Jansen um den mit bis zu 5.000 Euro dotierten easyCredit-Fanpreis 2020. Bewerbungen waren bis zum 31. August 2020 möglich. Alle Informationen zur Teilnahme am Wettbewerb "Fußball-Utopie des Jahres"

Kinderbücher über Gewaltfreiheit und Toleranz(von Dagmar Jansen)

Meine Utopie ist eine Fanbegleitung in der Bundesliga, die Kinder von sozialer Bildungsarbeit partizipieren lässt. Das Lernen am Modell, über die Identifikation, zum Beispiel über die Maskottchen, kann Gewaltfreiheit und Toleranz in den Alltag der Kinder rücken. Kindgerechte Literatur sollte hierzu das Merchandisingsegment der Vereine verlassen und - losgelöst von Gewinnorientierung – verantwortungsbewusst, als fester Bestandteil in der Fanarbeit eines jeden Vereins zur Verfügung gestellt werden.

Mein Wunsch ist frühzeitiges Lernen an positiven Beispielen, damit die Fangeneration von morgen den Fußball wieder als sportliches Ereignis begreifen und ihn gewaltfrei erleben kann. Altersgerechte, pädagogische Geschichten, Literatur ohne erhobenen Zeigefinger, individuell auf die Vereine zugeschnitten, können mittels der ernormen Fankapazität der Bundelliga zu einer bejahenden Verhaltensänderung, einer neuen Akzeptanz von Büchern und der Stärkung der Lesefähigkeit bei Kinder führen.

Im Folgenden eine utopische Kindergeschichte, die spannend ein fantastisches Beispiel für gewaltfreies Handeln im Stadion gibt. Über die Identifikation mit dem Maskottchen - hier über Jünter von Borusia Mönchengladbach – könnte eine Fanarbeit gelingen, die schon den Kleinsten zeigt, wie sich friedliches und kooperatives Miteinander positiv auf das Image des Vereins auswirken kann.

Gewaltfrei im Stadion - "Jünter´s intergalaktisches Abenteuer" (Eine Zusammenfassung)

In der Folge eines kräftigen Gewitters findet Jünter im nächtlichen Stadion in dem Loch der rechten Eckfahne vor der Nordkurve etwas Seltsames, das rot glüht vor Hitze. Während er noch mit seinem Freund Willi, dem Hausmeister im Borussia-Park, grübelt, was das für ein komisches Ding sein könnte, geschieht hinter seinem Rücken etwas wirklich Großes. Unbemerkt, sanft wie eine Feder, sinkt in das nachtschwarze Stadion geräuschlos ein Raumschiff hinein.
Wenig später begegnet Jünter Alberich Darius, aus der Teife des Raumes, nach einem Asteroiden benannt, vom hellen Stern Zeta Orionis, einem Stern im Gürtel des Himmelsjägers Orion.
Er trifft auf einen Auserirdischen, der sowohl optisch, er hat zwei Köpfe, als auch im Verhalten auffällig anders ist, als alles, was Jünter bisher kannte. Neugierde und Toleranz dem Fremden gegenüber führen dazu, dass mit einem freundschaftlichen Händedruck die Unendlichkeit des Weltalls überwunden werden kann. Die Einladung von Alberich Darius an Jünter, ihm in den Weltraum zu folgen, läßt Jünter nicht nur sprichwörtlich über sich hinauswachsen. In Berührung mit geheimnisvollen Planetengeröllkrümeln aus dem Oriongürtel schießt nicht nur der Stadionrasen sondern auch Jünter in die Höhe. Die Hufe auf der Strafraumlinie gewinnt er nach und nach so an Größe, dass er den Borussia-Park aus der Vogelperspektive genießt, Mönchengladbach überblickt, sich vor der Reibungshitze in der Atmosphäre und dem Zertreten des Stadions in Acht nehmen muss. Ein Besuch im Idunapark bei Emma, dem Maskottchen von Borussia Dortmund, ist ebenso zentral wie die Gravitation, die verhindert, dass Jünter unkontrolliert im Weltraum verschwindet. Angekommen im Weltall entdeckt er das Rauten-Raumschiff von seinem Freund Alberich. Dieser ermuntert Jünter zu einem Abstecher auf den Mond, damit er die noch vorhandenen Spuren der ersten Mondlandung bestaunen kann. Den Moment der Ablenkung nutzt Alberich um das Raumschiffgeschwader aus dem Oriongürtel in Aufstellung zu bringen. Tausende glänzende Raumschiffe bilden gemeinsam eine unvorstellbar große Raute im interstellaren Raum. Mit dieser Geste zeigen die Außerirdischen ihre Verbundenheit zu ihrer Borussia und laden Jünter durch den riesigen Spiegel, der durch diese Formation entstand, in ihre Raumschiffe ein. Durch das Spiegelbild befindet sich Jünter ganz nah bei ihnen. Was für ein unglaubliches Zeichen. Außerdem werfen die Ausserirdíschen mit dem Spiegel die große Strahlkraft von Borussia in entlegene Regionen im Raum, damit es dort auch niemals dunkel wird, so wie im Borussia-Park. Jünter ist sprachlos und gerührt von der Fanaktion seiner neuen Freunde.
Zum Nachdenken fehlt jedoch die Zeit. Plötzlich steuern die Raumschiffe rasant aus der Formation, um eine neue zu bliden. Mit hohem Tempo lösen sich die Schiffe rechts und links außen unter dem oberen Drittel ab, so dass schnell eine Pfeilspitze erkennbar wird. Die Schiffe aus der Mitte behalten ihre Position bei und bilden den Pfeilstrich. Alle Raumschiffe, die abdrehen, schließen sich hinten an den Pfeilstrich an und verlängern ihn. Dadurch wird die Spitze weiter und weiter in den Himmel geschoben. Bis sich am Ende des Flugmanövers ein gewaltig langer Pfeil in den Raum streckt. Er ist so lang, dass die Spitze schon längst in der Unendlickeit verschwunden ist. Ein Wegweiser, dem Jünter abenteuerlich folgen wird, um sich am Ende selbst in der Unendlichkeit zu finden. Er erreicht den Orionnebel und damit das Ziel seiner Reise. Sein Spiegelbild! Ein Fan-Banner, dass in Größe und Einzigartigkeit einmalig ist.  Aus dem Orion-Nebel schaut ein gewaltiger Fohlenkopf heraus. Alberich freut sich, dass Jünter den Fan-Nebel entdeckt hat. Er erklärt, dass der Fohlenkopfnebel ein Zeichen der Freundschaft für die kommenden 5 Millionen Jahre sein wird. Denn so lange wird der Nebel, der von den Erdlingen „Pferdekopfnebel“ genannt wird, als Gaswolke aus dem Oriongürtel herausragen.
Am Ende der Geschichte landet Jünter mit seiner riesigen Entdeckung wohlbehalten im BorussiaPark.
"Jünter´s intergalaktisches Abenteuer" ist eine Geschichte und ein Beispiel dafür, wie die Vermittlung von Werten über Identifikation und durch ein positives Beispiel gelingen kann.


Für die Vermittlung von Werten sollte unbedingt das geschriebene Medium gewählt werden. Ein Buch fordert und fördert ein Kind gleichermaßen. Die Lesefähigkeit sowie das Textverständnis werden trainiert. Darüberhinaus bestimmt das Kind die Lesegeschwindigkeit eigenständig. Die Fantasie wird durch die individuelle Vorstellungskraft unterstützt, die Konzentrationsfähigkeit gefördert.
Mit verhältnismäßig geringem Aufwand, durch pädagogisch wertvolle Geschichten in Verknüpfung mit der Identifikation über den Verein, kann eine positive Verhaltensänderung bei Kindern erzeugt werden. Kinder ahmen spielerisch das Verhalten ihrer Vorbilder nach und üben so bestimmte Muster ein.

Die Zeit ist reif, für eine Änderung des kulturellen Miteinanders im Fußball. Denn die Kinder von heute werden die Dauerkartenbesitzer von Morgen sein! In einem gesellschaftlichen Spannungsfeld zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Glückseeligkeit und Frustration.

Ich wünsche mir für die gewaltfreie Entwicklung im Sport und schlussendlich in unserer Gesellschaft eine verbindliche soziale Bildungsverantwortung durch die Bundesliga über das Medium Buch!

Diese Bildungsutopie ist ein kleiner Schritt für die Bundesliga, aber ein riesiger Sprung für die Gesellschaft.

 

Das könnte Sie auch interessieren

News zum Thema

Fans
Zum Artikel "Mutopia"

Der Fußball sollte die Gleichberechtigung der Geschlechter konsequenter umsetzen, fordert Stefan Morlock. In seiner Fußball-Utopie von einem revolutionierten Ligen-System wird deshalb die Zweiteilung in Männer- und Frauenteams aufgehoben.

Weiterlesen
Fans
Zum Artikel "Die Skills Liga"

Einen neuen Turniermodus, der sich aus 12 unterschiedlichen Wettkampfformen zusammensetzt, entwirft Ulf Schnerrer in seiner Fußball-Utopie. Kleinteams sollen sich in vielseitigen Disziplinen des Fußballs miteinander messen. Nur die Mischung aus individuellen Topleistungen und Teamplay ebnet den Weg zum Erfolg.

Weiterlesen
Fans
Zum Artikel "Ein Hilfeschrei"

Den längeren Verbleib von Spielern in ihren Heimatvereinen wünscht sich Lukas Dänzer im Jugend- wie im Profifußball. Gehaltsobergrenzen und Wechsel erst ab der C-Jugend sieht er dafür als Ansatzpunkte.

Weiterlesen
Fans
Zum Artikel ""

Klaus Hansens Fußball-Utopie besteht darin, dem Schreiben über Fußball mittels experimenteller Poesie eine dem Spiel angemessene Ästhetik zu verleihen.

Weiterlesen
Fans
Zum Artikel ""Eine neue Liga ist wie ein neues Leben""

Eine Ligareform nach Vorbild der NFL stellt Ralf Panzer zur Diskussion – inklusive Gehaltsobergrenzen, gerechter Geldverteilung und mit insgesamt 40 auf Konferenzen und Divisionen verteilten Vereinen.

Weiterlesen