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Globaler Fußball – sozialer Katalysator für den Klimaschutz

Platz 2  easyCredit-Fanpreis 2020 

Die Utopie einer nahen Zukunft, in der der Fußball die aktuell wohl größte Bedrohung des Planeten abwendet, hat Gerhard Gruber eingereicht.

Mit seiner Fußball-Utopie "Globaler Fußball – sozialer Katalysator für den Klimaschutz" bewirbt sich Gerhard Gruber um den mit bis zu 5.000 Euro dotierten easyCredit-Fanpreis 2020. Bewerbungen waren bis zum 31. August 2020 möglich. Alle Informationen zur Teilnahme am Wettbewerb "Fußball-Utopie des Jahres"

Globaler Fußball – sozialer Katalysator für den Klimaschutz (von Gerhard Gruber)

Wir schreiben das Jahr 2035. Die Welt hat es geschafft. Sie ist zu 90% CO2 neutral. Hauptsächlich dank des globalen Ökosystems Fußball. Dieser hat sich als weltweit größte Sportart seiner revolutionären, integrativen und sozialen Wurzeln besonnen und seine Machtfülle, Beliebtheit, und Magie genutzt, um die Menschheit zu retten. Allen voran durch die FIFA die sich in einer friedlichen Revolution von unten der korrupten, macht und geldgeilen alten Herren entledigt hat. Die neuen handelnden Menschen waren unverbraucht, ambitioniert und divers. Sie etablierten in kürzester Zeit eine inklusive und demokratische Struktur. Der soziale wie ökologische Auftrag wurden verschriftlicht, und bildeten die Grundlage für das Leitbild und Selbstverständnis der FIFA und in der Folge aller kontinentalen und Landesverbände. Im Jahr 2035 bedeutet Fußball Klimaschutz und Menschenschutz. Die Ökonomie dient als brauchbares Werkzeug.

Der Fußball und die Menschen, die ihn lieben, haben es bewerkstelligt, die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung unseres Planeten für den Schutz des Klimas zu begeistern. Vereine, Firmen und Organisationen ziehen mit an einem Strang. In einer beispiellosen Serie von Aktivitäten und Tätigkeiten erreichten sie das, was internationale Institutionen aber auch kleine und für sich stehende Grassroot sowie Bottom-up Engagements nicht geschafft hatten. Diese Entwicklung spielte sich in einem kurzen Zeitraum ab. Sie begann, nachdem die allumfassende Verkommerzialisierung des Fußballs im Jahr 2024 finanziell ausgereizt, und im Niedergang begriffen war. Umsichtige Personen in der FIFA, alle kontinentalen und nationalstaatlichen Verbände verstanden es, die Machtfülle, den hohen ökonomischen sowie sozialen Durchdringungsgrad und die revolutionäre Kraft zu nutzen die Welt zu einem besseren Platz zu entwickeln. Wie ihre Stellung in den Märkten die mit Fußball Geld verdienen und ihr politisches Gewicht ermöglichten es, den Klimaschutz schnellstmöglich umzusetzen. Sämtliche Aktivitäten des Fußballs erreichten CO2 Neutralität – in knapp 15 Jahren. Dies hatten die, bis dahin amtierenden Funktionäre diverser Verbände, durch die maßlose Kommerzialisierung und die damit einhergehenden massiven Gewinne sowie den ökonomischen Abhängigkeiten aus den Augen verloren.

Der vehementeste Hebel der Verbände war das Einführen von Kriterien bei den Lizenzierungsverfahren. Das Erfüllen dieser war essentiell für die Firmen, um ins Geschäft zu kommen. Dies nahm ihren Anfang bei den weltweiten Turnieren und setzte sich nach und nach, via kontinentaler und nationalstaatlicher Bewerbe bis hin in den Amateurbereich weiter fort. Größere finanzielle Beteiligungen, steuerliche Begünstigungen für soziale und klimaneutrale Aktivitäten boten den Hauptanreiz für die Ökonomie im Ökosystem globaler Fußball. Ein positiv besetztes Narrativ für die Firmen, Bewusstseinsbildung über die Grenzen des runden Leders hinaus, waren erstrebenswerte Assets der sonst kühl kalkulierenden Ökonomen. Alle Veranstalter von großen Turnieren bis hin zu den Bundesligen/Landesligen/Kreisligen achten auf die Einhaltung des Kriteriums CO-Neutralität. Dies bildet die Grundbedingung für die Mitgliedschaft im Verbandsfußball (Hobby, Amateur, Profi).

Da die massiven Umstellungen nicht von heute umsetzbar waren, hatte, ausgehend von der FIFA, ein Stufenplan Einzug gehalten. Je weiter eine Firma, Veranstalter usw. mit der CO-Neutralität war, desto besser die finanziellen Bedingungen. In den ersten 10 Jahren gab es für die Einführung der CO2-Neutralität eine Bonus/Malus Methode für die CO2-Emissionsbilanz.

Die Profis waren die Ersten, die werbewirksamen Zugpferde. Sie nutzten Öffis und eAutos. CO2 neutrale Ausstatter und Sponsoren kamen bevorzugt zum Zug. Sämtliche Ausrüster für Schuhe, Dressen, Bälle usw. erfüllen ebenfalls diese Kriterien. Ansonsten gibt es keine Betätigung im globalen Fußball für sie.

Für die Werbung gilt seit 10 Jahren, dass ausschließlich CO2 neutrale Produkte im Fußballgeschäft beworben werden dürfen. Auch die Agenturen selbst müssen dieses Kriterium erfüllen.

Die Mobilität (Vereine, Zuseher, Spieler), Stadien(bau)Bewirtschaftung samt Gastronomie, alle Zuliefererfirmen, Medienfirmen (inklusive der Werbebranche), weisen zwei Haupt-Qualitätskriterien auf, um mit Fußball weiterhin Geld verdienen zu können - CO2-Neutralität und soziale Gerechtigkeit. Global wird dies seit 10 Jahren in den Vereinen, vor allem bei den Nachwuchsmannschaften vermittelt. Kinder werden nicht mehr einzeln mit dem Auto zum Training gebracht, sondern mit Sharing- Diensten auf eMobilitätsbasis. Oder  zu Fuß,mit dem Rad. Gleiches gilt für Spieltage und Auswärtsfahrten.

Beim Scouting, vor allem und zuerst bei Nachwuchsspielern, gab es ebenfalls massive Änderungen und ein Hauptkriterium, welches erlaubte Spieler abzugeben und zu kaufen: Wie schneiden die Vereine/Verbände in einer Rangliste, basierend auf einer CO2-Buchhaltung, inklusive Benchmark und jährlichem Ranking, ab. Dafür gab es hinsichtlich der Nationenwertungen einen Punktemultiplikator für internationale, nationale u.ä. Bewerbe.

Fußball, seit jeher ein sozialer Transformator bzw. Katalysator, mauserte sich zum Treiber für Klimaschutz bzw. Klimagerechtigkeit weltweit. Klimagerechtigkeit bedeutet soziale Gerechtigkeit. Nicht das Klima müssen wir schützen, sondern uns: Menschenschutz - und das hat das Ökosystem Fußball verstanden und bravourös umgesetzt. Der Vorreiter wurde zum Vorbild für weitere Sportarten. Für das Jahr 2040, in 5 Jahren, wird eine globale CO2 Neutralität prognostiziert. Die Menschheit hat die Kurve gekratzt. Dank dem Ökosystem Fußball.

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