Feuilleton

Für Europa und die volle Breite der Fußballkultur

Das 11mm-Festival eröffnet mit starker Haltung und einem bewegenden Film über das Team von Chapecoense.

Das Filmteam von "Nossa Chape" auf der Bühne - mit dabei ist der Journalist Rafael Henzel, der den Absturz überlebte (2. v. r.).
© Deutsche Akademie für Fußball-Kultur
Die Festival-Leitung freut sich auf den Start des Festivals.
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Zum 16ten Mal öffnete gestern das 11mm-Festival im Berliner Babylon-Kino seine Tore. Gut 70 Filme entführen in den kommenden Tagen in zahlreiche Nischen der Fußballkultur. Porträts großer Spieler und Trainer haben genau so ihren Platz wie abseitige Geschichten und die aus dem Amateurfußball. Dies sei eine große Stärke des einzigartigen Filmfests, wie Andreas Leimbach von der Festivalleitung betonte - verbunden mit der Hoffnung, dass dies auch die Spitzenfunktionäre des Sports wahrnehmen, die ihren Fokus allzu oft nur auf die glitzernden Seiten legen.

Aber auch politisch soll das Festival Signale senden: Ein deutliches Zeichen wolle man setzen, gegen Rechtspopulismus und für ein geeintes Europa, so Birger Schmidt. Dafür wird am Samstagabend gemeinsam mit der Robert-Bosch-Stiftung ein neuer Preis vergeben, zusätzlich nehmen zahlreiche Filme politische Themen auf. Nicht zuletzt die positive Resonanz auf den Schwerpunkt "Fußball und Macht" im vergangenen Jahr bestärkte das Team in dieser Entscheidung. Zum ersten Mal bekommen darüber hinaus bemerkenswerte Serien einen Platz im vielfältigen Programm.

Auftakt mit "Nossa Chape" - ein Film, der nachwirkt

Zum Einstieg wählten die Festivalmacher/-innen mit "Nossa Chape - Unser Team" einen sehr bewegenden Film: Auf dem Weg zum Finale der Copa Sudamerikana stürzte der Flieger der Mannschaft von Chapecoense ab, 71 Menschen starben, darunter die meisten Spieler und zahlreiche der Funktionäre. Die Dokumentation begleitet dabei insbesondere den Wiederaufbau des Teams, der in vielerlei Hinsicht steinig gerät und immer wieder Konflikte auslöst - gerade auch um den Umgang mit dem schrecklichen Ereignis. Vor allem aber beschert der Film zahlreiche emotionale Momente, von tiefster Trauer bei den Angehörigen der Opfer und den Fans bis zu den ersten Schritten der überlebenden Spieler zurück auf den Fußballplatz und dem späteren Zusammentreffen mit den Rettungskräften an der Unfallstelle. Ein Film, der nachwirkt. 

Noch einmal zu sehen ist "Nossa Chape" im Rahmen des Festivals am Samstag (13:45 Uhr). Einen Bericht und Fotos zur Eröffnung gibt es auf  11-mm.de.

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