»Zwischen Erfolg und Verfolgung«

Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach

Am 10. August 1938 begann der Abriss der Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz. Damit wurde in Nürnberg schon drei Monate vor der reichsweiten Zerstörung jüdischer Gotteshäuser am 8./9. November 1938 mit der erinnerungspolitischen Entfernung baulicher und ideeller Zeichen jüdischen Glaubens begonnen. Diesen Gedenktag nehmen die Veranstalter zum Anlass, im Rahmen der Programmreihe „Verpflichtende Vergangenheit“ die Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ in Nürnberg zu präsentieren.

Mit unmittelbarem Sichtbezug zum einstigen Standort der Synagoge erinnern in einer großformatigen skulpturalen Präsentation überlebensgroße Silhouetten an 17 herausragende deutsche Sportlerinnen und Sportler jüdischen Glaubens, die als Nationalspieler, Welt- und Europameisterinnen, Olympiasieger und Rekordhalterinnen zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit zählten und dennoch in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Einer von ihnen war der Fußballpionier und Begründer des „kicker“ Walther Bensemann, der 1926 mit der Redaktion des Sportmagazins nach Nürnberg zog und bis zu seiner Emigration 1933 in die Schweiz hier wohnte.

Vorgestellt werden darüber hinaus die Biografien der zehnfachen Deutschen Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch, des Fußballnationalspielers Julius Hirsch, des israelischen, später deutschen Basketball-Nationaltrainers Ralph Klein, der Fechtolympiasiegerin Helene Mayer, des Schachweltmeisters Emanuel Lasker, des Meisterboxers Erich Seeling, der Deutschen Tennismeisterin Nelly Neppach, der Deutschen Speerwurfmeisterin Martha Jacob, der Leichtathletin Gretel Bergmann, der Turnolympiasieger Alfred und Gustav Felix Flatow, der Europameister im Gewichtheben bzw. im Ringen Julius und Hermann Baruch, des Eishockeyspielers Rudi Bali und des deutschen Fußballnationalspielers Gottfried Fuchs. Der Ausblick ist der Schwimmerin Sarah Poewe gewidmet, die als erste jüdische Athletin nach Ende des Zweiten Weltkriegs 2004 olympisches Edelmetall für Deutschland gewann.

Die Ausstellung ist vom 11. – 28. August 2017 am Hans-Sachs-Platz zu besichtigen.

Ergänzend zur Ausstellung bietet  Geschichte Für Alle e.V. geführte Rundgänge zur „Geschichte der Juden in Nürnberg“ an. Termine: Sonntag, 13. August und Sonntag, 20. August um 11 Uhr; Treffpunkt und Endpunkt: Hans Sachs Platz/Hans Sachs Denkmal; Dauer: ca. 1,5 Stunden, Preis: 8,- / 7,- (ermäßigt), keine Anmeldung erforderlich, Karten erhältlich vor Ort bei der Rundgangsleitung.

Veranstalter: Eine Ausstellung des Zentrums deutsche Sportgeschichte e.V. und der Stadt Nürnberg (Amt für Kultur und Freizeit, Kulturreferat, Menschenrechtsbüro und SportService) in Kooperation mit der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur mit Unterstützung des kicker-Sportmagazins und Geschichte Für Alle e.V.

11. - 28.08.2017
Nürnberg
Hans-Sachs-Platz
Nürnberg
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