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Das Leben in 90 Minuten

Gunter Gebauer im Gespräch mit Helmut Böttiger

Gunter Gebauer ist einer der renommiertesten Sportphilosophen Deutschlands und seine Meinung ist medial immer dann besonders gefragt, wenn sportliche Themen die aktuelle Berichterstattung prägen. Im Sommer 2016 veröffentlichte Gebauer nun mit „Das Leben in 90 Minuten – Eine Philospohie des Fußballs“. Die Rezensionen fielen überschwänglich aus („So etwas wie ein Lebenswerk“, FAS, „Die Krönung des deutschen Fußballdenkens“, Die Welt). Und tatsächlich schafft es der Berliner Emeritus, er lehrt seit 1978 Philosophie und Sportsoziologie an der Freien Universität der Hauptstadt, den Lieblingssport der Republik nach den klassischen Regeln seiner Disziplin genau unter die Lupe zu nehmen und findet so Antworten auf entscheidende Fragen. Wie konnte sich Fußball zu einem globalen Phänomen entwickeln? Wie changiert Fußball zwischen den Topoi Macht, Mythos, Ritual und Körperlichkeit? Im Gespräch mit einem weiteren Fußball-Weisen, dem Publizisten Helmut Böttiger, wird Gebauer profund und dezidiert Auskunft geben.

Prof. Dr. Gunter Gebauer, geboren 1944, lehrt seit 1978 Philosophie und Sportsoziologie an der Freien Universität Berlin, Sprecher des Interdisziplinären Zentrums für Historische Anthropologie, Fan des 1. FC Köln und Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Themenbereichen der Sprachphilosophie, der Körperanthropologie, der Soziologie der körperlichen Praktiken, der Ästhetik und der Theorie des Sports und des Spiels. Unter seinen zahlreichen Veröffentlichungen sind aus fußballerischer Sicht besonders interessant: „Poetik des Fußballs“, Frankfurt/Main 2006 sowie „Das Leben in 90 Minuten. Eine Philosophie des Fußballs“, München 2016: Pantheon. Mit letzterem schaffte es Gebauer bis auf die Shortlist im Rennen um das „Fußballbuch des Jahres 2016“.

Helmut Böttiger, geboren 1956, arbeitet mit Lebensmittelpunkt Berlin als Schriftsteller, Kurator und Literaturkritiker für u.a. Deutschlandradio, Süddeutsche Zeitung und Die Zeit. Sein Fußball-Herz schlägt für den SC Freiburg. Böttiger gilt als profunder Kenner der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und wurde u.a. mit dem Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik (1996) und dem Preis der Leipziger Buchmesse für Sachbuch/Essayistik (2013) für „Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb ausgezeichnet. Im selben Jahr war Böttiger Sprecher der Jury zum Deutschen Buchpreis. Seit „Kein Mann, kein Schuss, kein Tor – Das Drama des deutschen Fußballs“ (1993) gilt er als einer der Begründer einer ernsthaften deutschen Fußballliteratur. 2006 erschien zum Thema sein Buch „Schlussball: die Deutschen und ihr Lieblingssport.“

Im Rahmen des 36.  Erlanger Poetenfest.

28.08.2016
17 Uhr
Erlangen
Orangerie im Schlossgarten
Orangerie 1, 91054 Erlangen
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