TV-Premiere: 27.03., 13 Uhr, Sport1

- Tanja Walther-Ahrens, Klaus Wowereit, Theo Zwanziger
Dokumentation, D 2011
Länge: 60 Minuten.
Mit Klaus Wowereit, Dr. Theo Zwanziger, Maria Furtwängler, Johannes B. Kerner, Stefan Jürgens u.a.
Redaktion: Harald Schult, Michael Bracher.
Schnitt: Anne Pannbacker.
Kamera: Sebastian Uthoff, Georg Denzer, Horst Krause.
Mitarbeit: Anett Sattler, Maike Sidka, Sven-Arne Görn.
Archiv: Wolfgang Gölden, Marius Koenig , Thomas Mayer.
Sprecher: Josef Tratnik.
Eine SPORT1 Produktion 2011.
„Fußball ist alles – Auch schwul“ ist nach „Das große Tabu“ (2008) und „Tabubruch“ (2009) Pauses dritte Dokumentation zum Thema Homophobie im Fußball. Der erste Film stellte eine Bestandsaufnahme dar. Wie weit verbreitet sind Diskriminierung und Tabuisierung wirklich? Und woran lässt sich das festmachen? „Tabubruch“ zeigte auf, dass es Bestrebungen gibt, gegen das Tabu und für Toleranz im Fußball zu kämpfen. Von Aktivisten, von Fanclubs, von Seiten des DFB.
In seiner neuen Dokumentation geht Pause nun der Frage nach, wie schwer es wirklich ist, ein Tabuthema nachhaltig zu entkrampfen. Dafür hat der Filmautor die Entwicklung weitere 1 ½ Jahre beobachtet.

- Michael Kempter (Bild 1) Marcus Urban, Klaus Wowereit (Bild 2), Maria Furtwängler (Bild 3)

- Film-Plakat (Léa Berger/ Christian Robert de Massy)
Welche Rolle spielen die Medien? Wie groß war der Rückschlag durch die „Schiedsrichter-Affäre“, die den Berichterstattern die Gelegenheit bot, das Thema wieder in die Schmuddelecke zu rücken? Selbst vermeintlich anspruchsvolle Medien berichteten mit Hingabe im Boulevardstil. DFB-Präsident Zwanziger musste heftige Kritik an seinem Führungsstil und seinem Kommunikationsgeschick einstecken. Was bedeutet das für sein Engagement gegen Diskriminierung?
Hat der Selbstmord von Robert Enke und die überwältigende Anteilnahme die Gesellschaft für Tabuthemen sensibilisiert und sie ermutigt, die zynischen Mechanismen des Leistungsprinzips zu hinterfragen? Lässt der DFB seinen Worten nun auch Taten Folgen? Wird er seiner Verantwortung als internationales Vorbild gerecht – und setzt so ein Zeichen gegen die Ignoranz des Weltverbandes, der die WM 2022 in ein Land vergab, in dem kein besonderer Wert auf die Einhaltung der Menschenrechte gelegt wird und Homosexualität mit Haftstrafen und Peitschenhieben betraft wird?
„Fußball ist alles – Auch schwul“ zeigt auch, wie erstaunlich souverän mit prominenten Coming Outs in anderen Sportarten umgegangen wird. Und widerlegt ganz nebenbei den Irrglauben, dass das Outing des englischen Spielers Justin Fashanu, der sich 1998 das Leben nahm, das bislang Einzige im europäischen Profi-Fußball sei. Braucht es nun wirklich einen Eisbrecher, einen „Wowereit des Fußballs“?
Aljoscha Pause, 1972 in Bonn geboren, arbeitet seit 1995 als Filmemacher, Reporter und Regisseur u.a. für den WDR, LIGA total! und DSF/Sport1. Seit 2003 realisiert er als freier Produzent zahlreiche Fußball-Dokumentationen, darunter 2009 „TABUBRUCH“, wofür er mit dem Grimmepreis ausgezeichnet wurde. Mehr Infos.








