Der  Walther-Bensemann-Preis ehrt das Andenken an den Gründungsvater des kicker-sportmagazin,  Walther Bensemann. Der Preis zeichnet Personen der Zeitgeschichte aus, deren langjähriges Wirken in der Tradition Walther Bensemanns steht; Menschen, die Herausragendes für den Fußball geleistet haben und dabei vielleicht auch gegen den Strom schwimmen mussten: Ein Sonderpreis für außergewöhnliches Engagement mit Mut und Pioniergeist, für gesellschaftliche Verantwortung, Fairplay und interkulturelle Verständigung im Umfeld des Fußballs.

Über die Vergabe des Sonderpreises entscheidet eine Jury der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur bestehend aus dem Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Rainer Holzschuh (Herausgeber kicker-sportmagazin), Bärbel Schnell (Geschäftsführer Olympia-Verlag GmbH), Jörg Jakob (Leiter der Chefredaktion kicker-sportmagazin) und, für den Akademie-Partner Teambank, Alexander Boldyreff (Vorstandsvorsitzender Teambank AG) sowie Theophil Graband.

Über Sir Vicente del Bosque:

Vicente del Bosque, der Mann, unter dessen Leitung Spanien 2010 in Südafrika erstmals Fußball-Weltmeister wurde, genießt auch abseits des Platzes große Anerkennung. Er ist kein Mann der markigen Worte. Triumphe genießt er für gewöhnlich im Stillen. Seine Wegbegleiter beschreiben ihn als bescheiden, besonnen und menschlich vorbildlich. Bereits als Fußballer war der in Salamanca geborene del Bosque für die spanische Nationalmannschaft und Real Madrid, mit denen er unter anderem fünfmal die spanische Meisterschaft gewann, überaus erfolgreich aktiv. Als noch ertragreicher sollte sich die Karriere des Walther-Bensemann-Preisträgers 2017 nach seinem Wechsel auf die Trainerbank gestalten. Von 1999 bis 2003 gewann er mit den "Königlichen" zweimal die Spanische Meisterschaft und die Champions League. Die Krönung seiner Trainerlaufbahn erfuhr del Bosque in seiner Zeit als spanischer Nationaltrainer. Unter seiner Führung wurde "La Furia Roja" 2010 erstmals Fußball-Weltmeister und konnte zwei Jahre später als erste Mannschaft überhaupt den Europameistertitel verteidigen.

Als Sohn eines in den Jahren der Franco-Diktatur zu Unrecht inhaftierten Vaters, hat del Bosque früh gelernt, dass es im Leben auch oft ungerecht zugeht. Seit Jahren unterstützt der Bensemann-Preisträger eine Madrider Stiftung, die sich um Kinder mit Down-Syndrom kümmert – eines seiner drei Kinder hat das Down-Syndrom. Daneben engagiert er sich in Sommercamps für Kinder und Jugendliche, bei denen neben dem Sport vor allem die Vermittlung menschlicher Werte im Vordergrund stehen. Denn für den Familienmensch gibt es Wichtigeres als zu Siegen. Vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum seine Wegbegleiter ihn so sehr schätzen. 

Vicente del Bosque reiht sich ein in die Riege folgender  Preisträger:

Franz Beckenbauer (2006), Alfredo Di Stéfano (2007, im Juli 2014 verstorben), Bernd Trautmann (2008, gest. 2013), César Luis Menotti (2009), Otto Rehhagel (2010), Sir Bobby Charlton (2011), Uwe Seeler (2012), Günter Netzer (2013), Ottmar Hitzfeld (2014), Marcello Lippi (2015) und Sir Alex Ferguson (2016).