Stellungnahme

In einem offenen Brief an die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur vom 19.10.2011 teilte die Fangruppierung ‚Generation Luzifer Kaiserslautern 1998’ mit, den Preis für die beste Fan-Choreografie des Jahres nicht annehmen zu wollen. Sie begründet dies mit ihrer Ablehnung des Hauptsponsors. Das Präsidium der Akademie mit Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly an der Spitze bedauert dies, und würdigt zugleich das langjährige Engagement des Partners easyCredit/TeamBank für die Akademie.

Wie von der Akademie am 17.10.2011 gemeldet, wurden die Fans des 1. FC Kaiserslautern mit ihrer ‚Fritz-Walter-Choreografie’ als eindeutige Sieger in der Kategorie „Fan-Choreografie des Jahres – Der easyCredit-Fanpreis 2011“ ermittelt. Zu diesem Ergebnis kam eine 13-köpfige Fachjury mit namhaften VertreterInnen aus Kultur, Politik, Sport- und Kulturjournalismus sowie der praktischen Fan-Arbeit. Die Entscheidung der Jury fiel auf der Basis einer Vorauswahl der Akademie, die 35 bemerkenswerte Choreografien aus Bundesliga und DFB-Pokal in die engere Wahl genommen hatte. Es handelte sich also nicht um ein Bewerbungs-, sondern um ein Sichtungsverfahren. Im Rahmen der Gala zur Verleihung des Deutschen Fußball-Kulturpreises 2011 sollte die von easyCredit mit 3.000 € dotierte Auszeichnung am 28.10.2011 in der Nürnberger Tafelhalle übergeben werden.

Adressat der Ehrung sollte die Fangruppierung ‚Generation Luzifer Kaiserslautern 1998’ sein: in Anerkennung der Tatsache, dass sie bei der Vorbereitung der ‚Fritz-Walter-Choreografie’ im November 2010 tonangebend war, auch wenn es ohne das kollektive Mittun der Fans auf der Westtribüne des Betzenbergs nicht gegangen wäre.
In einem offenen Brief an die Akademie teilte die Fangruppierung ‚Generation Luzifer’ vorgestern mit, den Preis nicht annehmen zu wollen. Das Präsidium der Akademie mit Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly an der Spitze bedauert die Ablehnung ausdrücklich. Schließlich handele es sich um einen ‚verdienten Sieger’, dessen Leistung höchsten Ansprüchen an Vereins-Support, mannschaftlicher Geschlossenheit und Kurven-Ästhetik genügt. Die Fans verschenken aus Sicht der Akademie eine gute Gelegenheit, ihre Arbeit und ihr Anliegen im Rampenlicht der Preis-Gala vorzustellen.

Die Unterstellung, easyCredit unterstütze die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur lediglich aus strategischen Gründen und mit ‚Peanuts’ – und Hauptinteresse sei das Namenssponsoring für das Nürnberger Stadion –, liegt für Oberbürgermeister Dr. Maly daneben.
Tatsache ist, dass easyCredit die Akademie jährlich mit rund 100.000 € unterstützt, seit 2004 mit einer Gesamtsumme von über 800.000 €. Für die Stadt Nürnberg als Träger der Akademie sind das keine ‚Peanuts’, im Gegenteil: Die Mittel des Hauptsponsors ermöglichen es (zusammen mit der Unterstützung durch den Partner kicker-sportmagazin) der Akademie erst, ihr allseits geschätztes Programm zu realisieren. Dazu zählen seit 2006 die Website www.fussball-kultur.org und der Deutsche Fußball-Kulturpreis, für den easyCredit per anno 50.000 € bereitstellt und zusätzlich Preisgelder für das Fußballbuch des Jahres (5.000 €) und einen wechselnden Fan-Preis (3.000 €, z.B. 2009 für das ‚Beste Fanzine' und 2010 das ‚Beste Fan-Video des Jahres'). Kein Nebenschauplatz, sondern ein zentrales Spielfeld der Akademie sind dabei von Anfang an Veranstaltungen rund um die Interessen und Anliegen der Fans: von Tagungen wie „Fans, Fairplay und Fußballwerte“ im Jahr 2005 bis zur Auszeichnung der besten Fan-Choreografie 2011. Die inhaltliche Freiheit der Akademie war zu jeder Zeit gegeben.

Tatsache ist in dem Zusammenhang auch, dass easyCredit ein Max-Morlock-Stadion in Nürnberg keinesfalls verhindert hat. Vielmehr musste die Stadt damals – das werden auch eingefleischte Fußballfans verstehen – den Eigenanteil am Stadionumbau zur WM 2006 so finanzieren, dass es nicht zum Konflikt Stadion gegen Kindergärten oder Schulen kommen durfte. Logen, Werberechte, Business-Seats und die Namensrechte waren und sind Grundelemente dieser Finanzierung. Im Bereich der Namensrechte ist easyCredit seiner Sponsorenrolle seit 2006 vorbildlich gerecht geworden und wird ihr noch bis 2012 nachkommen.

Oberbürgermeister Dr. Maly betont: „Mit easyCredit und der TeamBank haben sowohl die Akademie wie das Stadion einen Partner, wie man ihn sich nur wünschen kann. An Zuverlässigkeit, Kooperationsbereitschaft und Zahlungsmoral ist er nicht zu übertreffen. Und ohne easyCredit gäbe es die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur mit ihrer breiten Aufstellung und dem umfassenden Themenspektrum mit Sicherheit nicht.“

Eine Folge des Fan-Preises und seiner Ablehnung begrüßt die Akademie ausdrücklich: Beim nächsten Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern will die ‚Generation Luzifer’ eine Spendenaktion zugunsten dreier Hilfsorganisationen starten, um „dem sozialen Zweck des Preises gerecht zu werden“. Akademie-Partner easyCredit/TeamBank wird die vorgesehenen 3.000 € Preisgeld einem anderen gemeinnützigen Zweck zukommen lassen.