Der Sieger 2011
„Fritz-Walter-Choreografie“ – Fans des 1. FC Kaiserslautern
In einem offenen Brief an die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur vom 19.10.2011 teilte die Fangruppierung ‚Generation Luzifer Kaiserslautern 1998’ mit, den Preis für die beste Fan-Choreografie des Jahres nicht annehmen zu wollen. Lesen Sie hier mehr.
Monumental wirkt Fritz Walter da auf der Westtribüne im Stadion, das seit dem 2. November 1985 auch seinen Namen trägt. Der Weltmeister von 1954 und Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gilt bis heute als größtes Idol in der Pfalz. Er bewegt die Massen nach wie vor und regt die Fans des 1. FC Kaiserslautern immer wieder zu mitreißenden Aktionen an. Am 31.10.2010 wäre Bundestrainer Herbergers Lieblingsschüler 90 geworden. Zwei Wochen später, am 13. November, beging die vollbesetzte Westtribüne auf dem Betzenberg den Ehrentag des ‚alten Fritz‘ gemeinsam, und zusammen mit dem 25. Namenstag des Stadions.
15 Mitglieder einer Fanititiative machten sich zwei Wochen lang zu schaffen, rund 600 Stunden insgesamt. So entstanden 15.000 selbstgemachte Handzettel und große Banner, die das Stadion, die Daten der Jubiläen und das Motto der Choreo abbildeten. Den Platz für die Vorarbeiten fanden die Fans direkt im Stadion. In Hallen hinter den Tribünen wurde eifrig gebastelt, geschnitten und gemalt. Und dort war man auch der heiß verehrten Mannschaft nahe. Das Team konnte nach dem Training und beim Gang in die Katakomben ihren Anhängern bei der Arbeit zusehen. Enorm dabei auch die technische Herausforderung: Sehr unterschiedliche Elemente waren gleichzeitig hervorzuheben, Seile mussten über die Querstreben in den Tribünendächern gezogen und zugleich alle Brandschutzauflagen eingehalten werden. Im Mittelpunkt all dieser Mühen aber stand das eigentliche Meisterstück: eine himmelhohe, alles überragende Darstellung des Idols der ‚Roten Teufel‘ – Fritz Walter im Trikot der 54er WM-Sieger.

- 1. FC Kaiserslautern – VfB Stuttgart 3:3, 12. Spieltag – 13. November 2010, Fritz-Walter-Stadion: 46.904 Zuschauer
Erfolgsgarant war schließlich eine durch und durch geschlossene Mannschaftsleistung aller beteiligten Fans auf der Westtribüne. Ausdauernd hielten sie über Minuten hinweg die Stellung und agierten ganz im Takt der gestalterischen Idee. Und sogar der Wind spielte mit. Die leichten Böen auf der Tribüne schienen die Fritz-Walter-Figur in Bewegung zu setzen und den Mythos für einen poetischen Moment lang zum Leben zu erwecken. Dieser Augenblick ließ keinen im Stadion unberührt. Die Zuschauer erhoben sich zu Standing Ovations – und Respekt zollten selbst die Anhänger des Gegners aus Stuttgart.
Gemessen am Materialaufwand gab es in der Saison 2010/2011 sicherlich Choreografien, die noch um einiges komplexer und anspruchsvoller waren. Ein verdienter Sieger ist die „Fritz-Walter-Choreografie“ trotzdem. Die Jury der Akademie jedenfalls zeigte sich von diesem Kurven-Kunststück fasziniert: Acht von dreizehn JurorInnen setzten sie in ihrem persönlichen Ranking auf Platz eins, und Punkte heimste sie auch von allen anderen ein. Damit gilt, und nicht nur für 2010/2011: „Für immer in Ehren – Fritz Walter und sein Stadion“!






