Das Fußballbuch des Jahres 2009

Péter Esterházy

Péter Esterházy: "Keine Kunst"

(Berlin 2009, Berlin Verlag, 253 Seiten, 22 € )

Mit seinem Werk konnte er sich gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen, und bekommt den MAX für das Fußballbuch des Jahres 2009 verliehen.

Péter Esterházy wurde 1950 in Budapest geboren. Nach einem Studium der Mathematik arbeitete er an einem Institut für Datenverarbeitung. Seit 1978 ist er freiberuflicher Schriftsteller. Als Stipendiat des DAAD-Künstlerprogramms verbrachte Péter Esterházy 1980 längere Zeit in West-Berlin, 1996/97 war er Fellow im Wissenschaftskolleg Berlin. Er ist u.a. Mitglied in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2004 wurde er für sein Werk „Harmonia Cælestis“ und die „Verbesserte Ausgabe“ dieses Roman u.a. mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Bereits 2006 war Péter Esterházy mit seinem Buch „Deutschlandreise im Strafraum“ für das Fußballbuch des Jahres nominiert und wurde von der Jury damals auf Platz drei gewählt.

Zur Rezension von Jurymitglied Jürgen Kaube (F.A.Z.)


Keine Kunst von Peter Esterhazy

Zur Wahl standen auch diesmal wieder Werke mit eindeutigem Bezug zum Thema Fußball aus allen Gattungen: gleich ob Belletristik (inkl. Drama und Lyrik), Sachbuch oder wissenschaftliche Studie, Kinder- und Jugendbuch oder auch anspruchsvoller literarisch kommentierter (Foto-) Bildband - sofern sie zwischen August 2008 und Juli 2009 in deutscher Sprache erschienen sind. Was sich in dieser Saison alles auf dem Markt der Fußballbücher tummelt zeigt diese Liste (pdf, 46 kb; ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Die Aufstellung der Short-List mit den 12 Saisonbesten lag bei einer kompetenten zwölfköpfigen Jury, unter Vorsitz von Jury-Kapitän Christof Siemes. Als Coach neu dabei war Michael Oenning, der seinem Vorgänger Hans Meyer auch in diesem wichtigen Amt nachfolgte.


easy credit

Vergeben wird die Auszeichnung "Fußballbuch des Jahres“ von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur. Der Akademie-Hauptsponsor easyCredit stiftet, wie auch bei den letztjährigen Verleihungen, den mit 5000 € dotierten Preis.

Laudatio von Jürgen Kaube (Video, 6:50 Min.)

Lesung von Péter Esterházy (Video, 4:36 Min.)




Die Top 2-12

Football Against the Enemy von Simon Kuper

2. Platz: Football against the enemy – Oder: Wie ich lernte, Deutschland zu lieben

von Simon Kuper

 

Göttingen 2009, Verlag Die Werkstatt, 379 Seiten, 16,90 €

Zur Kurzrezension von Michael Wulzinger


Simon Kuper

Simon Kuper, Jahrgang 1969, wurde in Uganda geboren, verbrachte den Großteil seiner Kindheit aber in den Niederlanden und lebte später in London, Berlin, den USA und Spanien. Heute lebt er in Paris. Als Journalist arbeitet er für renommierte Zeitungen wie Financial Times, Die Zeit und Weltwoche. Sein erstes Buch „Football against the enemy“ wurde 1994 mit dem „William Hill Sports Book of the Year Award“ ausgezeichnet und entwickelte sich zu einem internationalen Bestseller. 2003 erschien in England sein Buch „Ajax, the Dutch, the War“.


Martin Curi

3. Platz: Friedenreich. Das vergessene Fußballgenie.

von Martin Curi

 

Göttingen 2009, Verlag Die Werkstatt, 123 Seiten, 16,90 €

Zur Kurzrezension von Matti Lieske


Martin Curi

Martin Curi, gebürtiger Freisinger, lebt seit 2002 in Rio de Janeiro, wo er zur Zeit an der Bundesuniversität UFF in Niterói mit einer anthropologischen Arbeit zum Thema Fußballfans promoviert. Andere Schwerpunkte seiner Arbeit sind Sportgroßereignisse und die Geschichte des brasilianischen Fußballs. Er ist Mitherausgeber der wissenschaftlichen Onlinezeitschrift www.esportesociedade.com. Durch eine Recherche für die Spiegel-TV/ZDF-Dokumentation »Faszination Fußball« (2006) wurde er auf Friedenreich aufmerksam. Auch für die Fußballzeitschriften 11 Freunde, Rund und Stadionwelt schrieb er diverse Beiträge.


4. Platz: Weil Samstag ist. Fußballgeschichten.

von Frank Goosen

 

Frankfurt/Main 2008, Eichborn Verlag, 160 Seiten, 12,95 €

Zur Kurzrezension von Dr. Christof Siemes


Frank Goosen, Jahrgang 1966, ist Autor und Kabarettist. Seit 1992 tritt der Bochumer regelmäßig auf deutschen Bühnen auf. Aktuell gehört zu seinem Repertoire u.a. das Soloprogramm „A 40 – Geschichten von hier“. Er schrieb mehrere Romane, sein Bestseller „Liegen lernen" wurde 2003 verfilmt. Daneben verfasst er Kurzgeschichten und Kolumnen, u.a. „Goosens Spielzeit" für die Bochumer Stadionzeitung „Mein VfL" und für den „kicker". Derzeit ist er mit seinem hier nominierten Buch auf Lesereise in ganz Deutschland unterwegs.


5. Platz: Knapp daneben – Aus den Randgebieten des Fussballs

von Pascal Claude

 

Zürich 2009, WOZ Die Wochenzeitung, 120 Seiten, 25 CHF

Zur Kurzrezension von Harald Kaiser


Pascal Claude, geboren 1970 in Luzern, wuchs in Stans auf, wo er nebst den Schulen auch den FC besuchte. Seit 1991 lebt er in Zürich. Er arbeitet in einem Kinder- und Jugendheim als Lehrer. Zuvor war er Wirt der Stadionkneipe des FC Zürich. Seit Ende der neunziger Jahre schreibt er regelmäßig Fußballtexte für Zeitungen, Magazine und Fanzines. Von 1997 bis 2004 gab er das Fanzine „Knapp daneben“ heraus, das er heute unter www.knappdaneben.net als Blog betreibt.


6. Platz: Hertha unter dem Hakenkreuz – Ein Berliner Fußballclub im Dritten Reich

von Daniel Koerfer

 

Göttingen 2009, Verlag Die Werkstatt, 288 Seiten, 19,90 €

Zur Kurzrezension von Ludger Schulze


Daniel Koerfer wurde 1955 in Bern geboren. Er arbeitet als Publizist und ist Honorarprofessor für Zeitgeschichte und Neuere Geschichte an der Freien Universität in Berlin. Daneben ist er stellvertretender Vorsitzender der Jacques-Koerfer-Stiftung, die sich um die Förderung des internationalen wissenschaftlichen Nachwuchses kümmert. Neben seinem aktuellen Buch publizierte er u.a. „Die FDP in der Identitätskrise – Die Jahres 1966 bis 1969“ sowie „Kampf ums Kanzleramt – Erhard und Adenauer“.


7. Platz: Das Lexikon der Fußballirrtümer – Über die Flügel zum Erfolg

von Roland Loy

 

München 2008, C. Bertelsmann Verlag, 336 Seiten, 16 €

Zur Kurzrezension von Bernd Gäbler


Roland Loy, Jahrgang 1962, ist promovierter Sportwissenschaftler. Für die Fußballsendung „ran“ in SAT.1 hat er die berühmte ran-Datenbank aufgebaut und viele Jahre als persönlicher Berater mit Franz Beckenbauer zusammengearbeitet (u.a. bei der Nationalmannschaft und beim FC Bayern München). Zur Zeit kooperiert er als Berater mit der Sportredaktion des ZDF.


8. Platz: Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben ... Es ist das Einzige

von Ben Redelings

 

Göttingen 2008, Verlag Die Werkstatt, 192 Seiten, 9,90 €

Zur Kurzrezension von Michael Oenning


Ben Redelings, Jahrgang 1975, ist freier Autor und Filmemacher. Bekannt wurde er durch seine erfolgreichen Fußball-Kultur-Abende „Scudetto“ in Bochum, die mittlerweile Kultstatus genießen. In den letzten Jahren hat er zahlreiche Bücher und Filme veröffentlicht, zuletzt sein neues Werk „Dem Fußball sein Zuhause“. Daneben publiziert er bei Spiegel-Online, 11 Freunde und Reviersport. Seit der Spielzeit 2008/09 ist Scudetto-TV als eine auf fünf Minuten komprimierte Schnell-Show von Redelings’ Fußball-Kultur-Abenden auch bei Spiegel-Online zu sehen.


9. Platz: »Fußball-Volksgemeinschaft« – Ideologie, Politik und Fanatismus im deutschen Fußball 1919-1964

von Rudolf Oswald

 

Frankfurt/Main 2008, Campus Verlag, 342 Seiten, 34,90 €



Rudolf Oswald wurde 1967 in München geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und mehreren Jahren in der Sozialarbeit studierte er in München Neuere und Neueste Geschichte, Osteuropäische Geschichte sowie Englische Literaturwissenschaft. 2007 schloss er ein durch die Gerda-Henkel-Stiftung geförderte Dissertation zum Volksgemeinschaftsdiskurs im deutschen Fußball ab. Seit mehreren Jahren tritt Rudolf Oswald durch Veröffentlichungen zur deutschen Fußballgeschichte hervor. Im Jahr 2007 gründete er den Sportgeschichtlichen Service, der sich als historische Dienstleistung speziell für Sportvereine begreift.


10. Platz: Ins linke obere Eck. Ein Nationaltorhüter erzählt

von René Müller

 

Taucha 2009, Tauchaer Verlag, 160 Seiten, 12,80 €

Zur Kurzrezension von Hans Böller


René Müller, geboren 1959 in Markkleeberg bei Leipzig, ist gelernter Elektromonteur und stand u.a. im Tor der Oberligamannschaft von Lokomotive Leipzig. Mit ihr bestritt er 39 Europapokalspiele. Am spektakulärsten war dabei das Halbfinale gegen Girondins Bordeaux 1987, in dem er selbst als Schütze auftrat und mit einem Schuss ins linke obere Eck den Siegtreffer erzielte. Nach seiner aktiven Laufbahn kehrte er als Trainer zu Lokomotive Leipzig zurück. Nach mehreren Trainerstationen betreut er seit 2007 die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg.


11. Platz: 1111 Kicker-Weisheiten, hochsterilisiert von Arnd Zeigler

von Arnd Zeigler

 

Hannover 2009, Humboldt Verlag, 253 Seiten, 9,90 €

Zur Kurzrezension von Stefan Erhardt


Arnd Zeigler wurde 1965 in Bremen geboren. Nach der Schule kam er über Umwege zu Radio Bremen, wo er seit 1989 Moderator der Sendung „Bremen Vier“ ist. Bekannt wurde er durch seine bundesweit ausgestrahlte Radiokolumne „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“. Unter dem gleichen Namen läuft bereits seit zwei Jahren seine eigene Sendung im WDR. Der „Bremer des Jahres“ von 1997 hat darüber hinaus drei Bücher über seinen Lieblingsverein Werder Bremen veröffentlicht. Seit 2001 ist er auch Stadionsprecher im Weserstadion.


12. Platz: Unser HSV – Immer 1. Liga

von Axel Formeseyn

 

Bremen 2008, Edition Temmen, 688 Seiten, 39,90 €

Zur Kurzrezension von Philipp Köster


Axel Formeseyn, gebürtiger Nordfriese, ist Lehrer und HSV-Fan mit Leib und Seele. Der 37-Jährige hat Kolumnen für verschiedene Fanzines („Supporters News“, „Nordtribüne“), für das Stadionheft „HSVLIVE“ und das Fußballmagazin „11 Freunde“ veröffentlicht und beschäftigt sich, außer mit seiner Familie, am liebsten mit dem Geschehen rund um den HSV. Nach seinem literarischen Erstling „Voll die Latte. Acki sein Fußballtagebuch“ hat er sich mit „Unser HSV“ einen Lebenstraum erfüllt.



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