Nominiert Fußballbuch 2017

Wenn ich du wäre, wäre ich lieber ich

Das Beste aus "Der Weiße Brasilianer" (2016/2017)
Nominiert zum Fußballbuch des Jahres 2017

Rezension: Wenn ich du wäre, wäre ich lieber ich

Philipp Köster

Es ist schon ein paar Jahre her, da kickte Ansgar Brinkmann unter Benno Möhlmann bei Arminia Bielefeld. Als der ihm beim Spiel gegen Mainz zur Halbzeit rausnehmen wollte, weigerte sich Brinkmann. Schließlich habe er mal hier gespielt und der Mainzer Trainer Jürgen Klopp sei ein alter Kumpel. Darauf mahnte Detlev Dammeier: "Ansgar, so kannst du nicht mit dem Trainer reden!" Brinkmann Replik: "Detlev, wenn ich nicht mit dem Trainer reden würde, wärst du gar nicht im Kader!" Sehr schöne Geschichte! Und nur eine von vielen funkelnden und schillernden Anekdoten aus der Kabine, die Ansgar Brinkmann hier in der verschriftlichen Version seiner Kolumne für den Radiosender 1Live auftischt. Hin und wieder rettet sich Brinkmann dabei in den juristisch unbedenklichen Topos "ein Mitspieler". Ansonsten aber ist das Buch ein überaus temporeiches, sehr lustiges und angenehm indiskretes Machwerk, das vor allem deshalb so gut funktioniert, weil Brinkmann sich selbst am meisten hochnimmt und all die kuriosen Geschichten, die über ihn kursieren, locker widerlegen kann. Die meisten sind nämlich hemmungslos untertrieben. Wer´s nicht glaubt, kaufe dieses Buch, wähle es zum Fußballbuch des Jahres und lese dann auch die Fortsetzung der Mainzer Geschichte. Brinkmann blieb nämlich tatsächlich im Spiel, dafür ging Mitspieler Dirk van der Ven draußen und hüpfte gleich unter die Dusche. Ein paar Minuten nach Wiederanpfiff kam Brinkmann schon wieder in die Kabine gestrolcht. Van der Den fragte neugierig: "Auch ausgewechselt worden?" Brinkmann: "Nee, rote Karte!"

zurück

Das könnte Sie auch interessieren

News zum Thema