Platz 7 Fußballbuch 2014
Literatur

Fußballgefühle

(2014)
Platz 7 Fußballbuch des Jahres 2014
Antje Kunstmann
Verlagsinfo
16,00 Euro
978-3-88897-933-0

Die Rezension zur Nominierung

Harald Kaiser / kicker-sportmagazin

„Ich bin kein Fußballfan. Ich habe nie in der Bettwäsche irgendeines Klubs geschlafen, ich bin nie bei Wind und Wetter zu jedem, aber auch jedem Spiel (sogar zu den Auswärtspartien) meines Vereins gefahren. Mir ist nicht der Tag nach der Niederlage meines Lieblingsklubs total versaut. Und wenn die Sportschau im Fernsehen kommt, habe ich oft was anderes vor.“ Schreibt Axel Hacke auf den ersten Seiten seines Buchs „Fußballgefühle“. Und doch ist das im Münchner Kunstmann-Verlag erschienene Werk des 58-Jährigen, der als Schriftsteller und Kolumnist der Süddeutschen Zeitung in München lebt, eine einzige Hommage an eine große Liebe namens Fußball. 

Seine Kindheit, so Hacke, klinge nach Namen wie Wolter, Ulsaß, Moll, Grzyb oder Gerwien – allesamt Spieler seines Heimatvereins Eintracht Braunschweig, der mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1966/67 für eine der größte Sensationen in 51 Jahren Bundesliga sorgte. In einzelnen Episoden, mal einige Seiten, mal auch nur ein paar Sätze lang, erzählt der Autor des legendären „weißen Negers Wumbaba“, welche Empfindungen dieser Fußball, der Deutschen liebstes Kind, in ihm, in uns allen auslöst. Hacke erzählt, kenntnisreich und doch spielerisch leicht, vom sagenhaften „Helmut-Haller-Hackentrick“, und vom Flugkopfball, der, fixiert auf einen Miniaturglobus, alle Erdenschwere für zwei, drei Sekunden außer Kraft zu setzten scheint , vom „Schweinsteiger-Paradox“ und der „Albtraumelf der Radioreporter“ mit den Spielern Zkitischwili, Ogungbure, Grlić, Mbwando, Younga-Mouhani, Tsoumou-Madza, Schindzielorz, El-Akchaoui, Krzynówek, Djordjevic und Ouédraogo.

Und ganz am Ende seiner bunten und vielseitigen Anekdotensammlung klärt Hacke endlich die Frage, was denn nun das Schönste am Fußball sei. Die Auflösung: „Es gibt immer ein nächstes Spiel, immer eine neue Saison. Es gibt immer Hoffnung, immer ein Morgen. Es fängt alles immer wieder an. Insofern ist Fußball schöner als das Leben.“ Ein wunderbarer Schlusssatz.  

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