Zumutung Europameisterschaft

23. April 2012: Ukrainische Studenten müssen ihre Zimmer räumen.

Es sind immer wieder ähnliche Geschichten, die man im Vorfeld von großen Turnieren in wirtschaftlich schwächeren Regionen zu hören bekommt: Die Infrastruktur reiche nicht aus, um ein solches Großereignis zu stemmen. Als Reaktion wird jede Menge Geld in die Hand genommen, Stadien werden gebaut, Verkehrswege verbessert und für ausreichend Unterkünfte gesorgt. Im besten Fall profitiert das Gastgeberland im Nachhinein wenigstens ein Stück weit von diesen Investitionen. 

Anders sieht es jetzt in der Ukraine, dem diesjährigen Co-Gastgeber der Europameisterschaft, aus. Da dort ein erheblicher Mangel an Gästebetten herrscht, haben sich findige Reiseveranstalter gemeinsam mit den örtlichen Universitäten etwas ganz besonderes ausgedacht: Die Vermietung von Wohnheimzimmern an Fußballfans. Bei Zimmerpreisen von 50-150 Euro pro Nacht ein lukratives Geschäft, insbesondere, da die eigentlichen Bewohner ihre Gebühren weiter bezahlen, die Zimmer aber selbstverständlich räumen müssen.

Positive Effekte lassen sich dann nur noch schwer konstruieren - jedenfalls für die heimische Bevölkerung.  Spiegel Online berichtet.