Zerstörte Stereotype

2. Juli 2012: Als Volunteer bei der EM

Viktoria Bilasch, Linguistikstudentin in Kiew, war bei der EM als Volunteer im Einsatz. Bei  taz.de berichtet sie über ihre Erfahrungen: „Wie zu erwarten, kamen in die Ukraine weniger Touristen als geplant. Das fiel natürlich auch den Volunteers auf. Oft haben uns Ukrainer gefragt, wie viel wir verdienen. Als sie hörten, dass wir sechs Stunden am Tag umsonst arbeiten, bezeichneten sie uns als verrückte Altruisten. Dieser Meinung schließe ich mich an. An einigen Tagen bat mich kein einziger Ausländer um Hilfe – also reine Zeitverschwendung.

Die Volunteers arbeiteten immer in Zweiergruppen. Besonders für die Frauen war das wichtig. Denn manche Ausländer verstanden auch auf Englisch nicht, dass die Ukraine kein großer Puff ist. Doch ehrlich gesagt, solche Fälle waren eher selten. Mir hat die Kultur der Fans gut gefallen – ihre Utensilien, ihre Stimmung und ihre Lieder. Viele Ukrainer glaubten, dass die Fans grobe, ungehobelte und unhöfliche Kerle seien. Auch die Kiewer hatten am Anfang Angst vor Vandalismus und vor Fans, die alles kurz und klein schlagen, was ihnen im Weg ist. Doch der Fußball hat alle vereint und Stereotype zerstört.“