Wunderbare Veranstaltung

6. Juli 2011: Günter Grass ist Frauenfußball-Fan

Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass hat sich als Fan des Frauen-Fußballs, der FIFA WM 2011, der deutschen Nationalmannschaft und von OK-Präsidentin Steffi Jones zu erkennen gegeben. Zum Vergleich mit dem Männerfußball sagte der Schriftsteller im Deutschland-Radio: „Es läuft, wenn man mal dieses Nigeria-Spiel auslässt, fairer, es gibt weniger Fouls, es ist noch stärker ein Mannschaftsspiel, ein betontes Mannschaftsspiel, und das hat für mich – das sage ich natürlich nur als Mann – einen zusätzlichen ästhetischen Reiz.“ Das Verhalten der WM-Hauptdarstellerinnen gefällt dem 83-Jährigen. „Ich finde auch die Spielerinnen – ich bin natürlich, was die deutsche Mannschaft betrifft, vertrauter als andere – sehr individuell ausgeprägt. Ihr ganzes Auftreten in der Öffentlichkeit ist differenzierter, als ich es von männlichen Fußballern bis jetzt erfahren habe.“

Auch in der fachlichen Analyse der Leistungen der deutschen Frauen hat der Künstler einen klaren Standpunkt. Auf die Frage, ob die deutsche Mannschaft den WM-Titel verteidigen könne, sagte Grass: „Ich möchte das anzweifeln. Da muss sie sich jetzt fangen. Die beiden ersten Spiele, sie haben die zwar gewonnen, mühsam. Da muss noch etwas in der Mannschaft geschehen.“ Ob die deutschen Frauen aber den Titel holen, wäre gleichgültig. „Es ist gar nicht notwendig, dass sie wieder Weltmeister werden. Das ist eine wunderbare Veranstaltung, sehr gut und sympathisch vorbereitet von der Steffi Jones, und dagegen ist nichts zu machen.“