Wettbewerbsgrundlage Nationalismus

20. Juni 2012: Die Bilder der EM

Friedlich und bunt soll er sein, der EM-Fußball. Rauchschwaden und randalierende Fans gehören zu den unerwünschten Begleiterscheinungen, die die Regie gerne auch einmal ausblendet. Akademie-Mitglied  Nicole Selmer kommentiert im österreichischen Fußballmagazin  ballesterer: „Zu den Bildern, die die UEFA und ihre Fernsehpartner hingegen sehr gerne zeigen, gehören Frauen (gerne mit wenig Kleidung) und Kinder, die Fahnen schwenken, ebenso wie angemalte lachende Gesichter unter bunten Perücken und lustigen Hüten. (...)

Bilder wie die von den Vorfällen auf den Warschauer Straßen rufen beharrlich in Erinnerung, dass Nationalismus immer eine ernste und nicht selten auch eine todernste Sache ist. Wir haben uns in den letzten Jahren lediglich daran gewöhnt, dass diese Tatsache unter der Goldlack-Patina des modernen UEFA-Fußballs verschwindet. Auch meinen Landsleuten, den freundlichen Schlandnasen, die in die Ukraine gekommen sind, lustig aussehen und in der Tat den rechten Arm nur heben, um das Bierglas zum Mund zu führen, ist der Stolz auf ihr Land eine ernste Angelegenheit.“