Wer einmal plaudert, ist für alle Zeiten draußen

17. Juni 2010: Die Praktiken der professionellen Tickethändler

 Jens Weinreich (Berliner Zeitung) untersucht die Praktiken der professionellen Tickethändler in Südafrika. „Manche bedienen drei Handys gleichzeitig. Anrufe, Textnachrichten, E-Mails. Sie verlassen hektisch ihre Plätze, erwarten Klienten. Die Anspannung ist offensichtlich.  Es läuft nicht gut, und ihr Risiko wächst täglich.“ Kaum ein Spiel ist ausverkauft, für alle Partien gibt es noch Karten – sogar sogenannte Hospitality-Pakete, Bewirtung inklusive. Die Tickethändler geben bereitwillig Auskunft über die schlecht laufenden Geschäfte, nur anonym versteht sich. „Denn wer einmal plaudert, wer einmal offen die Fifa und Match kritisiert, der ist für alle Zeiten draußen.“

Von weit über 90 Prozent Auslastung spricht die FIFA, „die Experten gehen davon aus, dass nur etwa 50 bis 60 Prozent der rund drei Millionen WM-Eintrittskarten (inklusive der Hospitality-Pakete) zum Marktwert verkauft wurden. Schätzungsweise ein Drittel wurde unter Wert verschleudert, teilweise an Schulklassen verschenkt, um die Stadien zu füllen.“