Wenn der Hausmeister drauflosquatscht

26. Juni 2012: Italiens Torwart Gigi Buffon

Akademie-Mitglied  Brigitte Schönau berichtet aus Rom für die  Süddeutsche Zeitung über den italienischen Torwart Gianluigi Buffon: „Gigi Buffon hatte noch nie Angst vor Pathos. Er kann reden wie ein Wasserfall, manchmal auch wie ein Buch. Nicht alles, was er von sich gibt, hat einen tieferen Sinn, nicht selten ist es schlicht krauses Zeug, manchmal faselt er sich auch um Kopf und Kragen. ‘Portierone‘ wird Buffon zu Hause genannt - Torwart- gigant. Das italienische Wort ‘Portiere‘ bezeichnet aber nicht nur den Torhüter, sondern auch den Portier. Und wie der geschwätzige Hausmeister in einem römischen Mietshaus quatscht Buffon manchmal einfach eine Menge Blech daher.

Wie vor ein paar Wochen, als er die Ermittlungen im Profi-Wettskandal mit der Bemerkung aufmischte, gegen Saisonende seien Absprachen für ein Unentschieden nichts Außergewöhnliches: ‘Besser zwei Verletzte als ein Toter.‘ Ein selten dämlicher Satz für den Kapitän einer Nationalmannschaft, die beim letzten EM-Gruppenspiel gegen Irland darum zittern musste, dass Spanien und Kroatien sich nicht auf ein hohes Remis einigten - in diesem Fall wäre der Tote nämlich die Squadra Azzurra gewesen.“