Volle Konten, leere Stadien

17. November 2010: Russlands Fußball auf dem Prüfstand

Andreas Rüttenauer ( die tageszeitung) blickt skeptisch nach Russland: „Der Fußball in der Russischen Föderation steht an diesem Tag auf dem Prüfstand. Dem wird immer wieder ein goldene Zukunft prophezeit. Das liegt an den großen Summen, die staatliche Konzerne, Regionalregierungen und potente Mäzene in die Ligaklubs stecken. Zenit St. Petersburg, der neue Meister, gilt in dieser Hinsicht als beispielhaft. Seit der Staatskonzern Gazprom den Klub 2005 übernommen hat, entwickelte sich der Fußball in St. Petersburg in einem enormen Tempo. 2007 wurde Zenit Meister. Der russische Fußball brummt, so könnte man meinen.

Doch die Zuschauerzahlen sprechen eine andere Sprache. Da werden Stars angelockt, denen bei einer Einkommensteuer von lediglich 13 Prozent viel bleibt von ihren hohen Gehältern, und kaum einer interessiert sich so recht dafür.  Es gibt noch einen weiteren sportlichen Grund, die Premier Liga mit Skepsis zu betrachten. Immer wieder wird über Spielmanipulationen spekuliert. Doch untersucht werden die verdächtigen Vorfälle selten.  St. Petersburgs Meisterschaft scheint in dieser Hinsicht unverdächtig zu sein. Da hat man andere Probleme. Immer wieder schockieren Berichte über die offen rechtsradikalen Hooligans des Vereins die Öffentlichkeit. Doch nichts Genaues soll man darüber erfahren. Dafür sorgen die Behörden. Schließlich soll 2018 in St. Petersburg ein WM-Halbfinale stattfinden.“