Volker Finke im Zwielicht

5. Mai 2011: Meister der Intrige

Stefan Osterhaus ( Neue Zürcher Zeitung) tadelt Volker Finke: „Warum wurde Schaefers Glaube gegen ihn ins Feld geführt? Und was war dran am Autoritätsverlust im Team? Ist Finke, der das Image des Alternativen mit der Akribie eines Gärtners am Hofe Windsor pflegt, tatsächlich der Buhmann, als der er gegenwärtig wahrgenommen wird, der Mann, der Schaefer partout nicht wollte?

Aufklärung kam unverhofft. So klingelte beim Sportchef des `Kölner Stadtanzeigers` das Telefon. Finke war dran, er wollte `vertraulich` etwas loswerden. Was folgte, war eine maßlose Anschwärzung des Trainers. Finkes Tirade lässt sich unter vielen Stichworten kategorisieren – üble Nachrede, Mobbing, Intrige. Selbst Veteranen unter den Sportjournalisten können sich nicht an Vergleichbares erinnern. Details des Gesprächs machte der Journalist entgegen der Absprache seiner Leserschaft zugänglich – ein problematischer Vorgang. Er hatte aber das Gefühl, durch diese Vertraulichkeit instrumentalisiert zu werden. Finkes Versuch der Geheimdiplomatie war nicht nur ein Fehlschlag – er offenbarte ein unfassbares Ausmass an Durchtriebenheit. Der Klub bleibt sich dank Finke treu und präsentiert sich der treuen Anhängerschaft zum wiederholten Mal als Musterfall in Sachen Selbstdemontage.“