"Ultra-Woodstock in Berlin"

29. März: Verkehrte Fußball-Fan-Welt?

In den letzten Tagen durfte man sich gerne mal die Augen reiben: Monatelang konnte sich die Öffentlichkeit bei der Berichterstattung über Fans, Ultras, Gewalt und Pyrotechnik mit darauf folgenden Verbandsstrafen auf tiefe Gräben zwischen den beteiligten Gruppen einstellen. In dieser Woche vernahm man plötzlich ganz neue Töne. Was war passiert?

Das Montagsspiel der 2. Liga zwischen Union Berlin und Eintracht Frankfurt hätte ja eigentlich ohne Gästefans stattfinden sollen (Verbands-Strafe), was diese schlichtweg ignorierten. Das überrascht erst mal wenig - genauso wie die Solidarisierung der heimischen Zuschauer (Spruchbänder und Gesänge gegen Zuschauerausschlüsse und den DFB). Dass aber die Sicherheitskräfte die im Stadion verteilten Frankfurter - immerhin längst als Problemfans gebrandmarkt - ungehindert über bestehende Absperrungen klettern ließen und damit statt für eine Eskalation, "einen der schönsten Fußballabende in dieser Saison" ( 11 Freunde) einfach geschehen ließen, ist schon bemerkenswert. Die größte Überraschung folgte dann aber am nächsten Tag: Denn anstatt erneute Strafen für die beteiligten Vereine in Aussicht zu stellen, zeigte man sich beim DFB einsichtig: Ein Teilausschluss von Anhängern habe schlichtweg keinen Zweck.

Andreas Hunzinger fällt dazu nur ein: "Was Sie nicht sagen!"  Hier geht es zu seinem Artikel in der Frankfurter Rundschau, der auch in der Presseschau von  indirekter-freistoss.de zitiert wird.