Trotz Niederlage hoch motiviert

25. Juli 2012: Deutsche Mannschaft fiebert Spiel gegen Thailand entgegen

Besuch des Atatürk Mausoleums

Axel Brügmann von  filmblau° Produktion berichtet vom 24. Juli 2012:

Der Tag nach der bitteren Niederlage im Viertelfinale gegen Ägypten beginnt mit einem späten Frühstück um 10:00 Uhr, gemeinsam mit Frank Zürn, dem Co-Trainer Werner vin der Ruhren und dem Mannschaftsbetreuer Guido Zimmermann. Gemeinsam mit Mats – einem Spieler – und Ralf – dem Physiotherapeuten – laufen wir danach zum Atatürk Mausoleum. Alleine die Größe und Architektur ist imposant. Die Umsetzung der historischen Ereignisse innerhalb der Ausstellung ist eigenwillig. Laute Kanonenschüsse und Kriegsgeräusche untermalen eine Schützengrabenszenerie, die den Befreiungskrieg der Türkei darstellt.

Zum Mittagessen treffen wir dann die Mannschaft wieder. Einige Spieler haben sich das Spiel der deutschen Damen gegen Japan angesehen und den 5:1 Sieg im Stadion verfolgt. Nachmittags ist dann Pflege angesagt. Physio Ralf massiert die Spieler und pflegt die großen und kleinen Wehwehchen.

Um 16:45 sind Heiko und ich dann mit vier Spielern zum Trainigsplatz gelaufen und haben auf dem Gelände Interviews geführt. Daniel Rotondi – einer der schwerhörigen Spieler – spricht sehr gut und unterstützt uns als Dolmetscher. Vielen Dank noch einmal Daniel!

Ab 18:00 ist dann Training angesagt. Erst wird wieder das beliebte 5:2 gespielt, dann ist ein längeres Abschlussspiel angesagt. Frank Zürn hat als Spielvorgabe maximal zwei Kontakte gestattet. Das behäbige Aufbauspiel gegen die Ägypter hatte ihm gar nicht gefallen und durch diese Spielform wird das schnelle Umschalten geübt und verbessert. Da zwei Spíeler verletzt fehlen, helfen Frank und ich aus. Bei 36 Grad durchaus eine sportliche Betätigung mit hoher Intensität, wie ich feststellen musste. Man wird eben weder jünger noch schneller.

Danach geht es im Bus zurück ins Hotel und wir essen gemeinsam zu Abend. Um 21.15 ist Teambesprechung. Frank spricht über jeden einzelnen Spieler, sagt ihm
was er gut gemacht hat und woran er noch arbeiten muss. Die Kritik ist sachlich und fair und ich bin erstaunt wie offen und ehrlich hier miteinander umgegangen wird, ohne das ein einzelner Spieler beleidigt ist. Frankʼs Satz: “Gewinnen kann jeder. Was du aus der Niederlage machst, zeigt was du für einen Charakter hast.” steht im Raum und die Spieler klatschen. Die Niederlage gegen Ägypten wird zwar noch länger in den Köpfen bleiben, aber die Jungs brennen auf das morgige Spiel gegen Thailand und möchten sich jetzt mit zwei Siegen aus dem Turnier verabschieden.

Weitere Berichte von Axel Brügmann über die Dreharbeiten während der Gehörlosen WM 2012 finden Sie hier