Trainer ohne Mannschaft

10. Mai 2012: Spielerberater Roman Grill im Porträt

Argwöhnisch werden sie betrachtet, die Spielerberater. Teilweise gelten sie als Hauptschuldige für horrende Ablösesummen und die astronomischen Gehälter ihrer Klienten. Schließlich kassieren sie Provisionen bei erfolgreichen Abschlüssen. "Fünf bis acht Prozent Provision bei Vertragsabschluss sieht die Gebührenordnung des DFB für Spielervermittler vor", was bei einem Deal "leicht mehrere Millionen Provision für den Berater bedeuten" kann. Und das, nur für das aushandeln eines Vertrages?

Beratertätigkeiten können sich tatsächlich genau darauf beschränken, durchaus aber deutlich vielfältiger sein: Das zeigt ein Porträt von Roman Grill, einem der prominenteren Vertreter der Zunft: Zu seinen Klienten zählen unter anderem Andreas Ottl, Georg Niedermeyer und - als eine Art Aushängeschild: Philipp Lahm. Vorher war Grill Jugendtrainer beim FC Bayern, daher die blendenden Kontakte. Aber auch die Fähigkeit, junge talentierte Spieler zu erkennen. 

Traut er Einem den Durchbruch zu, kümmern sich fortan mehrere Mitarbeiter seiner Agentur  darum, dass dieser sich quasi ausschließlich mit dem Fußball beschäftigen kann: Fahrdienst, Ansprechpartner, Wohnungssuche - alles inklusive. Sogar privat organisierte Schulbildung, denn für einen geregelten Schulalltag bleibt keine Zeit. Der spätere Durchbruch ist wichtig, schon wirtschaftlich. Ansonsten ließen sich Investitionen nicht refinanzieren.

Dafür coacht Grill seine Spieler aber auch sportlich, verordnet zudem Ungewöhnliches: tägliches Yoga... . Philipp Lahm nennt das als Grund für seine geringe Verletzungsanfälligkeit. Und auch die Entwicklung von Sohn Lukas ("Seinen eigenen Trainer im Haus zu haben ist praktisch") spricht für das Gesamtkonzept des Vaters. Er spielt in der U19 des FC Bayern.

Lesen Sie das komplette Porträt von Lars Rechart im  Süddeutsche Zeitung Magazin.

(cs)