Standort-Marketing im Nordkaukasus

23. August 2011: Samuel Eto'o wechselt zu Anschi Machatschkala

Ein Bugatti zum Geburtstag, dazu 20 Millionen Euro Jahresgehalt: Durch seinen Wechsel zu Anschi Machatschkala steigt Samuel Eto'o zum bestbezahlten Fußballer der Welt auf – und  schließt einen der politischsten Verträge der Fußballgeschichte ab. Denn Russland betreibt über den Clubbesitzer und Milliardär Kerimow gezieltes Standort-Marketing im Nordkaukasus. Der sportliche Erfolg – derzeit steht Anschi auf Rang sechs – soll für Ablenkung sorgen in einer Gegend, in der nicht nur immense Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit herrschen. Vor allem Terroranschläge sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Fast täglich liefern sich Sicherheitskräfte und Islamisten Gefechte, oft mitten in Machatschkala.

Boris Herrmann kommentiert in der  Süddeutschen Zeitung den Wechsel von Samuel Eto'o ("Ich werde rennen wie ein Schwarzer, um zu leben wie ein Weißer") in den Kaukasus, die  Frankfurter Rundschau berichtet über den Hass, den Anschi Machatschkala gerade von russischen Rechtsextremisten und Rassisten entgegenschlägt.