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Seitenwechsel. Coming-out im Fußball

Freitag, 8. Juli 2011: Lesung mit Tanja Walther-Ahrens

Freitag, 8. Juli 2011, 19.30 Uhr

 Zeitungscafé Hermann Kesten in der Stadtbibliothek Nürnberg (Eingang neben der Katharinenruine)

Eintritt 5€ / ermäßigt 3€ (Tickets nur an der Abendkasse)

Aus der Lesungsreihe »Kaltblütig verwandelt«

 

„Homosexualität im Fußball“ – eine Schlagzeile zum Aufhorchen, verspricht sie doch skandalträchtige Enthüllungen über unsere Lieblingsstars aus Dusche und Kabine.

Aber was heißt das denn überhaupt, homosexuell sein? Und warum soll das nicht zum Fußball passen? Warum wird „schwul“ gerade im Fußball so häufig als Schimpfwort verwendet? Warum sind lesbische Fußballerinnen und schwule Fußballer nicht so selbstverständlich wie homosexuelle TV-Stars? Und warum macht man es Menschen so schwer, sich bei dem Sport wohl zu fühlen, den sie so lieben? Tanja Walther-Ahrens hat ein Buch geschrieben, in dem sie diesen Fragen nachgeht. Ohne Skandale, ohne Spekulationen, einfach nur durch  Seitenwechsel (erschienen im  Gütersloher Verlagshaus): Fußballfans können mit ihrer Hilfe verstehen, wie sich Homos in ihrer Lebensweise von Heteros unterscheiden – und warum es bei der Liebe zum Fußball keine Unterschiede gibt.

Denn Fußball interessiert jeden, auch in Nürnberg. Der schwul-lesbische Sportverein  Rosa Panther e.V. feiert 2011 bereits sein 20jähriges Jubiläum und seit kurzem gibt es auch den ersten offiziellen schwulen FCN-Fanclub, die  Norisbengels.  Die Akademie freut sich, dass sie alle zusammen zur Lesung ins Zeitungscafé kommen, um einen Abend lang über Fußball zu reden.

Tanja Walther-Ahrens, geboren 1970 in der ländlichen Idylle Hessens, hat schon immer Fußball gespielt. In der Landesauswahl, dann, während sie in Berlin Sportwissenschaften studierte, bei Tennis Borussia und dank eines Sport-College-Stipendiums auch in den USA. Von 1995 bis 1999 lief sie in der Bundesliga für Turbine Potsdam auf.

Tanja Walther-Ahrens ist aber weit mehr als nur leidenschaftliche Fußballerin (heute bei  Seitenwechsel e.V.). Schon seit 2006 ist sie Delegierte der European Gay and Lesbian Sport Federation ( EGLSF) beim europäischen Netzwerk Football Against Racism in Europe ( FARE). Sie ist Initiatorin der Aktionsabende gegen Homophobie im Fußball, Mitglied bei  F_in, dem Netzwerk Frauen im Fußball, sowie bei der Deutschen Akademie Fußball-Kultur. Mit ihrem unermüdlichen Engagement hat sie auch in höchsten Stellen Gehör gefunden. Seit 2011 ist sie Mitglied der  Kommission Nachhaltigkeit des DFB für den Bereich Bildung. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger schrieb im Vorwort zu ihrem Buch: „Tanja Walther-Ahrens beschreitet seit vielen Jahren einen mutigen Weg und macht aufmerksam auf Defizite, die bei der gesellschaftlichen Akzeptanz von Lesben und Schwulen noch immer vorhanden sind. Sie ist dabei auch eine wichtige Ratgeberin für den Deutschen Fußball-Bund bei seinem Bemühen, Zeichen zu setzen gegen Homophobie im Fußball“.

Tanja Walther-Ahrens ist im Hauptberuf Lehrerin und lebt mit Frau und Kind in Berlin. Sie wird am 29. Mai 2011 mit dem  Augspurg-Heymann-Preis ausgezeichnet.