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»Politikum Fußball«

Gesprächsrunde aus der Reihe »Weißt du noch, damals ...!?« am 26.2.2013, 19:30 Uhr IM SÜDPUNKT, Nürnberg

Gesprächsreihe »Weißt du noch, damals ...!?« – Unsere Fußball-Legenden erinnern sich

Dienstag, 26.2.2013, 19.30 Uhr

südpunkt (Großer Saal), Pillenreutherstraße 147, 90459 Nürnberg

Veranstalter: Deutsche Akademie für Fußball-Kultur in Zusammenarbeit mit KUF im südpunkt
Mitveranstalter:  Kurt Eisner Verein für politische Bildung in Bayern e.V., Kooperationspartner der  Rosa-Luxemburg-Stiftung

Eintritt frei!

»Politikum Fußball«

Politiker nutzen die Bühne Fußball, Fans stellen von den Rängen aus politische Forderungen und der 1. FC Nürnberg war oft genug selbst Politikum. Für viele Anhänger hat "Politik" im Stadion jedoch nichts zu suchen. Auch Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus oder Homophobie im Umfeld eines Vereins wird daher kritisch gesehen. Aber sollte das Einstehen für gesellschaftliche Werte in und um ein Fußballstadion nicht auch eine Selbstverständlichkeit sein

Eine Frage, die sich gerade im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen in einigen deutschen Stadien stellt. Denn vielerorts treten Rechtsextreme klar sichtbar in den Fanblöcken auf und versuchen Nachwuchs für die eigenen Organisationen zu rekrutieren. Dagegen formierter Widerstand wird oft kritisch gesehen – schon wegen der damit verbundenen negativen Schlagzeilen.

Ein Denken, wonach Fußball "unpolitisch" sei ebnet allerdings den Rechten den Weg – z.B., wenn Fans, die sich gegen rassistische Sprüche zur Wehr setzen, vorgeworfen wird, sie trügen die Politik erst in die Kurve. Zu beobachten etwa bei  Alemannia  Aachen, wo der Widerstand der Ultras ob mangelnder Unterstützung und latenter Bedrohung zum Jahresbeginn eingestellt wurde.

Beim 1. FC Nürnberg sind ähnliche Probleme momentan nicht auszumachen. Fans und Verein ehrten zuletzt gemeinsam Jenö Konrad, den jüdischen Club-Trainer, der schon 1932 vor dem sich ankündigenden Nazi-Regime aus Nürnberg fliehen musste. Ein subtiles, aber deutliches Zeichen gegen die menschenverachtende Ideologie. Trotzdem ist auch das Nürnberger Stadion nicht frei von rassistischen Schmähungen und diskriminierenden Bemerkungen, etwa gegen Homosexuelle. Wie geht man bisher mit solchen Phänomenen um? Wie könnte es in Zukunft aussehen?

Eine kompetente Gesprächsrunde mit Kurt Heidingsfelder (Journalist), Manuel 'Koblenz' Möhring (Herausgeber Nürnberger Fanmagazin  Ya Basta!), Katja Erlspeck-Tröger ( Fanprojekt Nürnberg) und Ralf Peisl (Aufsichtsrat 1. FC Nürnberg) wird diese Fragen diskutieren. Die Moderation übernimmt Journalist und Autor Christoph Ruf (u.a. für Süddeutsche Zeitung, Spiegel-Online, Berliner Zeitung, taz, zeit.de) – Experte sowohl für Fußball und Fankultur als auch für Neonazismus in Deutschland.

Die Gesprächsrunde ist - wie Werner Skrentnys  Lesung über Julius Hirsch am 8. März - Teil von Anne Frank in Nürnberg. Weitere Veranstaltungen und Informationen unter www.anne-frank-in-nuernberg.de