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PM: Deutscher Fußball-Kulturpreis 2016

Pressemitteilung zur Verleihung der Deutschen Fußball-Kulturpreise 2016

INFORMATION FÜR DIE PRESSE

Nr. 29   2016 / 13.10.2016                                                                                
Kultur / Sport

 

Pressekonferenz der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur zum Deutscher Fußball-Kulturpreis 2016 – Die Gala zur Preisverleihung

 

 


Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur gab in ihrer heutigen Pressekonferenz in der Nürnberger Redaktion des kicker-sportmagazin die diesjährigen Preisträger bekannt. Präsidium und Sponsoren stellten die Gewinner persönlich vor. Gewürdigt werden außergewöhnliche Leistungen auf wichtigen Feldern der Fußballkultur mit Preisen in fünf Kategorien. Sie sind mit insgesamt 30.000 Euro dotiert und jeweils verbunden mit einer symbolischen Auszeichnung, der Siegertrophäe MAX.

 

Die Sieger der Saison 2016 im Überblick:

  • Walther-Bensemann-Preis dotiert mit  10.000 € von kicker-sportmagazin: Sir Alex Ferguson
  • Fußballbuch des Jahres dotiert mit 5.000 € von easyCredit: „Mroskos Talente, von Ronald Reng
  • Fußball-Blog des Jahres – Der easyCredit-Fanpreis 2016 dotiert mit 5.000 € von easyCredit: „Textilvergehen“, Fanblog zu Union Berlin
  • »Lernanstoß« – Der Fußball-Bildungspreis dotiert mit 5.000 € von TESSLOFF Verlag: „Biesalski-Cup mit KidsPK“ der Biesalski-Schule, Berlin
  • Fußballspruch des Jahres dotiert mit 5.000 € von VOLKSWAGEN. Partner des Fußballs – zur Verwendung für einen gemeinnützigen Zweck: Lukas Podolski, Holger Stanislawski, Peter Stöger und Markus Weinzierl sind mit ihren Sprüchen für die live-Publikumsabstimmung qualifiziert.

 

Die Ergebnisse der Jurierung im Einzelnen:

 

Walther-Bensemann-Preis 2016: Sir Alex Ferguson
Der Walther-Bensemann-Preis ehrt das Andenken an den Gründungsvater des kicker-sportmagazin, Walther Bensemann. Der Preis zeichnet Personen der Zeitgeschichte aus, deren langjähriges Wirken in der Tradition Walther Bensemanns steht; Menschen, die Herausragendes für den Fußball geleistet haben und dabei vielleicht auch gegen den Strom schwimmen mussten: Ein Sonderpreis für außergewöhnliches Engagement mit Mut und Pioniergeist, für gesellschaftliche Verantwortung, Fairplay und interkulturelle Verständigung im Umfeld des Fußballs.

Über die Vergabe des Sonderpreises entscheidet eine Jury der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur  bestehend aus dem Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Rainer Holzschuh (Herausgeber kicker-sportmagazin), Toni Schnell (Geschäftsführer Olympia-Verlag GmbH), Jörg Jakob (Leiter der Chefredaktion kicker-sportmagazin) und, für den Akademie-Partner Teambank, Alexander Boldyreff (Vorstandsvorsitzender Teambank AG) sowie Theophil Graband.

Über Sir Alex Ferguson:

Bereits zu Lebzeiten wurde eine Tribüne des „Old Trafford“-Stadions in Manchester nach ihm benannt. Vor den Stadiontoren grüßt er Fans und Spieler lebensecht in Bronze: Alex Ferguson ist der Mann, dem Manchester United den Aufstieg zu einem der bekanntesten und größten Fußballklubs der Welt hauptsächlich verdankt. Ferguson, in bescheidenen Verhältnissen 1941 im schottischen Glasgow geboren und dort „Alec“ genannt, reüssierte als Fußballer unter anderem in der schottischen Nationalmannschaft und bei den Glasgow Rangers von 1957 bis 1974. Weitaus erfolgreicher geriet die Karriere des Walther-Bensemann-Preisträgers 2016 nach seinem Wechsel auf die Trainerbank. Mit dem Aberdeen F.C. errang er mehrfach den schottischen Meister- und Pokal-Titel. Krönung der Jahre von 1978 bis 1986 im schottischen Nordosten war der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1983. 1985 bis 1986 wirkte er zudem als Nationaltrainer Schottlands.

Seinen Ruhm als einer der erfolgreichsten Vereins-Fußballtrainer aller Zeiten begründete er vor allem als Manager des englischen Traditionsklubs Manchester United. Sein Amtsantritt 1986 markierte den Beginn einer 27 Jahre währenden Ära, in der Manchester unter anderem 13 Mal den englischen Meistertitel, fünfmal den englischen Pokalsieg sowie zweimal den Erfolg in der Champions League feiern durfte. Insgesamt 38 offizielle Titelgewinne konnte Ferguson mit den „Red Devils“ feiern. Persönliche Auszeichnungen nicht mitgezählt. Nach seinem offiziellen Rücktritt 2013 engagierte sich Sir Alex Ferguson unter anderem als Botschafter des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF und stach als Referent an renommierten Universitäten hervor. 1999 war er aufgrund seiner Verdienste in den Adelsstand erhoben worden.

Rainer Holzschuh, kicker-Herausgeber und Juryvorsitzender, auf der heutigen Pressekonferenz: "27 Jahre Chefcoach beim  gleichen Verein zu sein und dabei zwei Jahrzehnte lang die Mannschaft ständig auf Weltklasseniveau zu halten, ist eine sicher unwiederbringliche Leistung. Alex Ferguson hat mit enormem Fachwissen, Strahlkraft und viel Cleverness Manchester United zu international hochrangiger Fußball-Kultur und damit zu einem weltweit beliebten Produkt geformt. Imponierend vor allem, dass er bei aller Härte, die er als Chef zeigen musste, die Spieler auch immer emotional mitgenommen hat – wie sich in vielen öffentlichen Äußerungen von Davic Beckham, Cristiano Ronaldo oder Roy Keane immer wieder zeigte. Seine private Seite unterscheidet sich vom gestrengen Manager durch Gemütlichkeit und vielseitige Interessen. Dass er sich nach wie vor eher als Schotte denn als Engländer fühlt, zeigt der dezente Hinweis gegenüber Vertrauten, ihn mit dem heimischen Alec statt dem globalen Alex anzusprechen."

Sir Alex Ferguson reiht sich ein in die Riege folgender Preisträger: Franz Beckenbauer (2006), Alfredo Di Stéfano (2007, im Juli 2014 verstorben), Bernd Trautmann (2008, gest. 2013), César Luis Menotti (2009), Otto Rehhagel (2010), Sir Bobby Charlton (2011), Uwe Seeler (2012), Günter Netzer (2013), Ottmar Hitzfeld (2014) und Marcello Lippi (2015).

Sir Alex Ferguson wird den Walther-Bensemann-Preis 2016 am 21.10. in Nürnberg persönlich entgegennehmen. Den Preis hat das kicker-sportmagazin mit 10.000 Euro dotiert. Die Laudatio hält kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh. Das Gespräch mit Herrn Ferguson im Zuge der Preisverleihung wird gedolmetscht. Wer kein Ticket für die Preisverleihung besitzt, kann dem Abend auf www.fussball-kultur.org und www.kicker.de via livestream folgen.

 

Fußballspruch des Jahres 2016
Auf www.fussball-kultur.org konnten über die gesamte Saison Sprüche eingesendet werden. Alle Sprüche zum Nachlesen und das Ergebnis der Jurywertung, d.h. die Top-Elf der Saison in der Reihenfolge der Punktewertung finden Sie  hier. Entschieden ist der Kampf um den Titel damit noch lange nicht. Am 21. Oktober kommt es im Publikum der Preis-Gala zwischen folgenden Kandidaten zum Abstimmungs-Showdown – Volkswagen  präsentiert auch 2016 wieder die Wahl zum Fußballspruch des Jahres:

  • Lukas Podolski beendet die Debatte über Jogis „Fehlgriff“:  "In der Mannschaft ist das kein Thema. Ich denke 80 Prozent von euch und ich kraulen sich auch mal an den Eiern."
  • Holger Stanislawski über das belgische Offensiv-Dreieck:  "Die Drei gehören zusammen wie siamesische Zwillinge."
  • Peter Stöger nach der 0:1-Niederlage gegen Hannover 96, das den Siegtreffer per Handspiel erzielte:  "Ich habe dem Linienrichter meine Brille angeboten. Aber auch das hat er nicht gesehen."
  • Markus Weinzierl bei seiner Vorstellung als neuer Trainer von Schalke 04
    „Ich habe bei der Wohnungssuche schon eine Absage bekommen, weil der Vermieter einen langfristigen Mieter wollte."

Traditionell hat dieser Part der Show einen Gastmoderator: Der Kabarettist Rolf Miller leitet in diesem Jahr die Abstimmung. Als „Fußball-Kulturreller durch und durch“ wird Miller das Publikum selbstverständlich auch mit einer exklusiven Nummer unterhalten.

Der Preisträger kann in diesem Jahr erneut etwas von seinem Erfolg weitergeben: Der Fußballspruch des Jahres ist mit 5.000 Euro dotiert, die einem gemeinnützigen Zweck zu Gute kommen sollen. Ermöglicht wird dies von VOLKSWAGEN. PARTNER DES FUSSBALLS. Das Automobilunternehmen ist in diesem Jahr zum zweiten Mal als Partner dabei.

Nach dem Ende der Preisverleihung am 21. Oktober informieren wir mit einer Pressemeldung und auf unserer Homepage über den Ausgang der Publikumsabstimmung.

 

Fußball-Blog des Jahres – Der easyCredit-Fanpreis 2016: Textilvergehen aus Berlin 

Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur zeichnete 2009 das beste Fanzine aus, ein unabhängiges und ohne Profitinteressen hergestelltes Printmagazin. In diesem Jahr wurde der easyCredit-Fanpreis für den besten deutschsprachigen Fußball-Blog ausgelobt – also für ein Online-Journal vom Fan für Fans.

Mit Textilvergehen, einem Fanblog zu Union Berlin, setzten sich die Hauptstädter gegen ein breites Feld von insgesamt 24 Nominierten durch. Sie verwiesen damit andere Vereins-, Groundhopper- oder Taktik-Blogs auf die Plätze. Für seine Internetseite www.textilvergehen.de mit Podcast, eigenen Bilderstrecken und Artikeln wie zum Beipsiel dem täglichem „State of the Union“ erhält das fünfköpfige Team den „MAX“ und 5.000 Euro, gestiftet von easyCredit.

Zum Preisträger:

Textilvergehen besteht aus einem Team von fünf „eisernen“ Fans: Stefanie Fiebrig, Sebastian Fiebrig, Robert Schmidl, Hans-Martin Sprenger und Gero Langisch. In ihrem Leben dreht sich alles um den FC Union Berlin. Gemeinsam analysieren und diskutieren sie auf ihrem Podcast „streng subjektiv, gerne kontrovers, aber immer fair und originell – mit einem im Fußball nicht alltäglichen Blick für Hintergründiges und Abseitiges“, so Juror und Filmemacher Aljoscha Pause in seiner Begründung. Durchschnittlich hören 1.500 bis 2.500 Union Fans eine Audio-Folge. Textilvergehen wurde 2006 von Stefanie Fiebrig gegründet und wird heute 1.000 Mal am Tag angeklickt.     

Zum Wettbewerb: 

Blogger deuten die Welt des Fußballs authentisch, frisch und manchmal auch frech. Abseits klassischer Medien betrachten sie, gern salopp-sympathisch im Tagebuchstil gehalten, ihren heißgeliebten Sport, ganz gleich ob Bundesliga oder Amateurliga.

Eine unabhängige Jury aus Journalisten, Bloggern und Fachleuten aus Fußball und Kultur nominierte ihre Favoriten. Gekürt wurden auf Grundlage journalistischer Qualität, Originalität und fußballkultureller Relevanz die Saisonbesten. Insgesamt 24 deutschsprachige Blogs standen auf der Liste der zwölfköpfigen Jury. Dabei legten die Preisrichter großen Wert auf ein breites Spektrum. Ganz gleich ob Herzensverein oder Fußball im Allgemeinen, ob Taktik oder Politik. Mit von der Partie waren u.a. Jury-Kapitän Dr. Christof Siemes von der ZEIT, Blogger Klaas Reese und Kathrin Steinbichler, Homepage-Chefin von sueddeutsche.de.

Das komplette Teilnehmerfeld und alle Infos zu Platzierungen finden Sie  hier.

 

Fußballbuch des Jahres 2016:

„Mroskos Talente. Das erstaunliche Leben eines Bundesliga-Scouts“ von Ronald Reng

Eine zwölfköpfige Jury aus führenden Sport- und Kulturjournalisten mit Jürgen Kaube (FAZ) als Jury-Kapitän und Katja Kraus als Jury-Coach wählte zum Fußballbuch des Jahres:

Ronald Reng, „Mroskos Talente. Das erstaunliche Leben eines Bundesliga-Scouts“ Piper Verlag, München August 2015, 416 Seiten, 20 €

Ronald Reng über „Mroskos Talente“: „Vordergründig erzählt das Buch die Geschichte eines Berliner Jungen, der als Scout für Bayern München in die große Fußballwelt tritt. Es ist eine faszinierende Biographie, die Diebstähle in Supermärkten genauso wie Scoutingtouren für Felix Magath nach Tartarstan umfasst. Gleichzeitig gewährt das Buch anhand von Lars Mroskos Lebensgeschichte einen Einblick in das große Ganze: in das Innenleben des Profifußballs mit seinen Spielersuchern und Spielerberatern.“

Akademie-Juror Ludger Schulze hat den Siegertitel nominiert und folgendermaßen begründet: „Mroskos Talente bietet einen einzigartigen Blick in den, wie das immer so schön heißt, Maschinenraum des Fußballs, in eine Welt, die wenigen zu viel und vielen zu wenig bietet. Eine Handvoll stinkreicher Absahner gegen ein Heer von armen Würstchen, die von der Hand in den Mund leben. Das Geschehen spielt in jenem Zeitraum, in dem sich der Fußball zu einem Milliarden-Entertainment eines zügellosen, neoliberalen Globalisierungsmarkts entwickelt. Für einen Romantiker wie Lars Mrosko ist da kein Platz. Diesen seinen Protagonisten beschreibt Reng mit beinahe zärtlicher Nachsicht und in einer klaren, oft lakonischen Sprache mit einem sicheren Gespür für Timing. Diese berstend vitale Mischung aus Schelmenroman, Entwicklungsgeschichte und klassischer journalistischer Fleißarbeit kann ohne weiteres als Roman des Jahres durchgehen.“

Reng wird damit zum zweiten Mal nach 2013 mit dem Preis für das Fußballbuch des Jahres ausgezeichnet. Ausführliche Infos zum Fußballbuch 2016, hier geht's zur kompletten  Rezension von Ludger Schulze.

Ronald Reng wird seinen Preis gemeinsam mit seinem Protagonisten Lars Mrosko am 21.10. persönlich entgegennehmen. Der Preis ist dotiert mit 5.000 Euro, gestiftet von easyCredit. Die Laudatio hält der Journalist Ludger Schulze. Neben dem Sieger haben ungewöhnlich viele weitere nominierte Autoren ihr Erscheinen angekündigt und werden Bücher signieren.

„Lernanstoß“ – Der Fußball-Bildungspreis 2016: „Biesalski-Cup mit KidsPK“ der Biesalski-Schule, Berlin

Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur vergibt den »Lernanstoß« als Förderpreis für innovative pädagogische Projekte, die sich an Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre richten und Fußball erfolgreich als Mittel der Bildungsarbeit einsetzen. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 € spendet der TESSLOFF Verlag.

Die elf Jurymitglieder trafen ihre Entscheidung bei einem persönlichen Treffen im Juli. Beworben hatten sich 38 Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet, die zwischen August 2015 und Juli 2016 aktiv waren. Das Teilnehmerfeld zeichnete sich durch große Vielfalt der Projektinhalte aus: Ob Verkehrserziehung, Theater oder Physikunterricht mit Fußball verknüpft wurden – die allermeisten Projekte konnten durch vorbildliche Arbeit überzeugen.

Der „Lernanstoß“ geht 2016 an den „Biesalski-Cup mit KidsPK“, ein Inklusives Fußballturnier der Berliner Biesalski-Schule, das von einer Kinderpressekonferenz begleitet wird. Die Preissumme von 5.000 € kommt der Ausstattung und Fortführung des Projekts zu Gute.

Die Berliner Schule mit sonderpädagogischer Ausrichtung lädt jährlich zu einem inklusiven Fußballturnier mit Kinderpressekonferenz ein. Kids mit und ohne Behinderung treten u.a. in Fußball und Rollstuhlfußball gegeneinander an. Auf der turnierbegleitenden Pressekonferenz stehen den jungen Reporterinnen und Reportern Prominente aus Sport, Medien und Politik Rede und Antwort.

Die elfköpfige Jury der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur war besonders überzeugt vom bundesweiten Vorbildcharakter, der mustergültig umgesetzten Inklusion und Teilhabe. Weiter lobte sie die hervorragend funktionierende Erlebnispädagogik und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Turniers.

Die Schulleiterin der Biesalski-Schule, Michaela Kurandt dos Santos, wird den Preis gemeinsam mit Kolleginnen und einem am Projekt beteiligten Schüler entgegen nehmen. Laudator ist Prof. Dr. Heinz Reinders von der Universität Würzburg. Hier gibt es ausführliche  Infos zum Lernanstoß 2016 und dem Preisträger-Projekt sowie in der  Pressemitteilung vom 21.09.2016.

 

Die Gala zur Preisverleihung

Freitag, 21. Oktober 2016, 20 Uhr, Tafelhalle Nürnberg

Moderation: Katrin Müller-Hohenstein

Musik: The Mergers

Show: Rolf Miller

LIVE-STREAM auf www.fussball-kultur.org und www.kicker.de