Pauschal abgestraft

16. Juli 2012: Zivilcourage im Fußball

Mainzer Fans stellten sich auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel gegen Neonazis. Nun verhängte der DFB Stadionverbote. Timo Reuter berichtet bei  taz.de: “Es sollte ein ausgelassener Fußballnachmittag werden, doch Ärger gab es bereits vor dem Spiel. Im November letzten Jahres machten sich rund 200 Anhänger des Bundesligisten Mainz 05 mit der Regionalbahn auf den Weg zum Auswärtsspiel beim 1. FC Köln. Unterwegs trafen sie am Bahnhof Remagen auf eine Gruppe Neonazis, die eine rechte Kundgebung besuchen wollte.

Sofort stürmten Mainzer Fans aus dem Zug und skandierten Parolen gegen rechts. Angeblich flogen auch Flaschen und andere Gegenstände. Die Polizei trennte die beiden Gruppen und nahm einen Mainzer vorübergehend in Gewahrsam. Die anschließenden polizeilichen Ermittlungsverfahren gegen drei Mainzer Fans nahm der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nun zum Anlass, zwei von ihnen für zwei Jahre aus deutschen Fußballarenen zu verbannen.

Dies wurde von Fanvertretern in den letzten Tagen heftig kritisiert: ‘Der DFB sollte die Stadionverbote zurücknehmen. Diese sind vor dem Hintergrund der immer wieder geforderten Zivilcourage geradezu skandalös‘, so Patrick Gorschlüter, Sprecher des antirassistischen Bündnisses Aktiver Fußball-Fans (BAFF).“