Mehr Geld für Prävention und Dialog

26. Oktober 2011: Gewalt im Stadion

Der Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei berichtet von einer Rekordzahl an Verletzten in den Fußballstadien. 846 Personen wurden demnach im Zusammenhang mit den 612 Spielen der Bundesliga und Zweiten Liga der Saison 2010/11 verletzt, so viel wie noch nie. Der Anstieg lässt sich jedoch zum großen Teil mit dem verstärkten Einsatz der Ordnungskräfte mit Pfefferspray erklären, das auch Unbeteiligte abbekommen und mit dem Abfeuern von Böller, die zu Knalltraumata führen. Die anderen Statistiken wie freiheitsentziehende Maßnahmen, eingeleitete Strafverfahren und Arbeitsstunden der Polizei sind - zum Teil deutlich - rückläufig.

Die  Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentiert: “Wo sich viele Menschen treffen, sind immer ein paar schlechte darunter. Die soeben veröffentlichte Gewaltstatistik beim Münchner Oktoberfest fällt negativer aus als die von der Fußball-Bundesliga (die Besucherzahlen sind vergleichbar). Der Fußball kann nur versuchen, das Gewaltproblem so klein wie möglich zu halten. Das ist mit dem Einsatz von viel Geld und gutem Willen möglich. Dabei sind Prävention und der Dialog mit den Ultras wichtiger als Hochsicherheitsmaßnahmen. Zum Glück wird im Profifußball viel Geld verdient, man muss es nur für das Richtige ausgeben.“