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Konflikt und Konkurrenz: Deutsch-polnische Beziehungsgeschichte im Fußball

Sporthistorisches Symposium zum Verhältnis der Nachbarländer im 20. Jahrhundert, vom 29. bis 31. Mai 2012 in Berlin. Anmeldung bis 20. Mai

Konflikt und Konkurrenz: Deutsch-polnische Beziehungsgeschichte im Fußball. Ein historisches Symposium aus Anlass der Euro 2012 in Polen und in der Ukraine

Berichte:

Datum: 29.05.-31.05.2012
Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, Hiroshima Str. 17, 10785 Berlin

Alles zu Anmeldung (bis zum 20. Mai 2012) und Programm sowie weitere Informationen finden Sie  hier.

Ausrichter: Zentrum für Historische Forschung Berlin der polnischen Akademie für Wissenschaften. Gefördert (u.a.) von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Diethelm Blecking (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)
Prof. Dr. Lorenz Peiffer (Leibniz-Universität Hannover)
Prof. Dr. Robert Traba (Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften)

Die enge deutsch-polnische Nachbarschaft hat schon im 19. Jahrhundert zu spezifischen Sportbeziehungen geführt, die die schwierige deutsch-polnische Geschichte reflektierten und begleiteten. Der moderne Sport, der sich im 20. Jahrhundert in beiden Ländern rasant entwickelte, führte dann zu kaum bekannten deutsch-polnischen Konkurrenzen, wie bei den „Länderspielen“ der Fußballer von Polnisch-Schlesien und Deutsch-Schlesien zwischen 1924 und 1939. Länderspiele zwischen Nationalteams von Polen und Deutschland fanden regelmäßig auch in der spannungsreichen Zeit zwischen 1933 und 1938 statt. Im Generalgouvernement war während des Zweiten Weltkriegs unter der deutschen Besatzung Sport für Polen streng verboten und Fußball wurde im Untergrund organisiert. Ähnlich lag der Fall in der Ukraine, wo der Fußball während der deutschen Okkupation Teil nationaler und politischer Mythenbildung wurde. Nach dem Krieg brachen bessere Zeiten an. Der Sieg der deutschen Elf in Bern 1954 wurde auch in Oberschlesien, einem Zentrum der Fußballfans,  bejubelt und das Wunder von Wembley 1973, als der polnische Außenseiter dem Favoriten Großbritannien den Weg zur Weltmeisterschaft in Deutschland 1974 verstellte, fand auch in Deutschland viel Beachtung. Der deutsche Außenminister Walter Scheel gratulierte persönlich. Die WM 1974 in Deutschland geriet dann zu einem Fest des polnischen Hochgeschwindigkeits-Fußballs. Lato, Dejna, Gadocha u. Co. spielten ihre Gegner schwindlig und scheiterten erst am späteren Weltmeister Deutschland in der berühmten Wasserschlacht von Frankfurt. Heute spielen zahlreiche polnische Spieler in der deutschen Bundesliga. Spieler mit polnischer Herkunft wie Klose und Podolski gehören zur Elite der neu formierten erfolgreichen deutschen Nationalmannschaft. Auch im Sport stehen die Zeichen bei aller Konkurrenz auf gute Nachbarschaft. Im Vorfeld der Euro 2012 ist es an der Zeit historisch kompetent mit dieser Konferenz einen Beitrag zur deutsch-polnischen Erinnerungskultur im Sport zu leisten.