Knüppel aus dem Sack

13. September 2011: Fußballfans als Wahlkampfthema in der Schweiz

Für viele Politiker erscheint es attraktiv, sich als Bewahrer des Fußballs, als Retter der Tradition zu profilieren. Unzählige Vereine wurden durch ihre Landesfürsten vor dem Ruin bewahrt, ebenso viele Stadien aus Steuermitteln finanziert. Und wenn Hooligans die Stimmung trüben, bietet sich für Politiker die Möglichkeit, den friedlichen Volkssport Fußball stimmenbringend zu verteidigen.

Beobachten lässt sich dieses Spektakel dieser Tage in der Schweiz. Die heiße Phase des Wahlkampfes ist angebrochen und die Ausschreitungen von mehreren hundert Fans des FC Basel in der letzten Saison im Züricher Letzigrund lassen vor allem konservative Politiker wetteifern, die in Vorfällen wie diesem die Chance entdecken, mit markiger Law-and-order-Rhetorik die Stimmen verängstigter Bürger einzufangen. Sie fordern etwa ein Banner- und Megafonverbot und wollen eine lebendige Fankultur zerstören. Und das, obwohl das Ausmaß der Gewalt außerhalb Schweizer Stadien rückläufig und innerhalb von Stadion beinahe gänzlich auf null ist. Die  11 Freunde berichten