Klare Worte gegen Homophobie gefordert

17. Dezember 2010: Queer Football Fanclubs zu Blatters Äußerungen

Der Ausspruch von Fifa-Präsident Sepp Blatter zum Sexualleben von Fußballfans sorgt weiterhin für viel Wirbel. Er hatte erklärt, dass Homosexuelle aus Respekt gegenüber dem WM-Gastgeber Katar auf Sex verzichten sollten, solange sie sich dort aufhalten. In einer Presseerklärung fordert die schwul-lesbische Fanorganisation Queer Football Fanclubs (QFF) Blatter zu klaren Worten gegen Homophobie auf: “Seitdem sich Sepp Blatter, Präsident der FIFA, öffentlich zum Thema Schwule und Lesben und deren Auftreten bei den Fußball Weltmeisterschaften in Katar 2022 äußerte, grummelt es an der Basis der Fanorganisation  Queer Football Fanclubs (QFF).

Bislang hat sich das weltweit größte Netzwerk schwul-lesbischer Fußball- Fanclubs bedeckt gehalten. Die Vergabe der WM 2022 an das kleine Land im Nahen Osten hatte schon genügend Ärger und Besorgnis in der Fußballfanszene hervorgerufen. Besonders unter Berücksichtigung der Nicht- Einhaltung der Menschenrechte fragen sic h viele Fans nach den Gründen für die Vergabe an Katar. Ausdrücklich beteiligte sich QFF aber nicht an dem Boykott- Aufruf der britischen Homosexuellenorganisation Gay Football Supporters’ Network (GFSN), die sich Sorgen um die Unversehrtheit der homosexuellen Sportler und Fans machte. Sosehr der Aufruf auch berechtigt ist, die Ängste nachvollziehbar sind: denn in Katar herrscht die Scharia und die Strafen für homosexuelle Handlungen – egal welchen Geschlechts – reichen von fünf Jahren Gefängnis bis zu 90 Peitschenhieben! Auch Schwule und Lesben aus dem Ausland unterliegen dem Strafgesetzbuch.

Doch nun ließen die Aussagen, die der Präsident der FIFA, Sepp Blatter, laut Press Association, bei einer Nach- WM- 2010- Veranstaltung in Johannesburg äußerte, die Wogen erneut hochschlagen. Als er zu Besuchen homosexueller Fans befragt wurde, soll er gescherzt haben: „Dann sollten sie in der Zeit sexuelle Handlungen eben unterlassen!“ Diese Aussage des höchsten Repräsentanten des Weltfußballes hat jedoch das Maß des Erträglichen deutlich überschritten!

Zwar ist die FIFA eine Organisation, die sich immer gegen Rassismus und Diskriminierung ausspricht, dennoch ist Blatters Aufruf zur Leugnung der sexuellen Identität unerträglich. Deshalb bittet QFF um eine klare Stellungnahme seitens der FIFA und regt an, dass man in diesem Zuge auch den Artikel 58 1a.) in den FIFA-Regularien, der sich gegen Diskriminierung wendet, um den Passus „sexuelle Identität“ erweitert.“