Kein Verdacht der Spielmanipulation

9. Februar 2011: Erklärung des FC St. Pauli

Bislang hatten sich die Verantwortlichen des FC St. Pauli zu den Vorwürfen im Wettskandal gegen Spieler des Vereins stets zurückgehalten. Doch nun hat sich der Club öffentlich gegen Vorwürfe an drei aktive St.-Pauli-Kicker zur Wehr gesetzt:

„Seit einigen Wochen veröffentlichen verschiedene Medien Einzelheiten, Namen, Fakten und Analysen aus dem von der Staatsanwaltschaft Bochum untersuchten Wettskandal um Spielmanipulationen auch im deutschen Fußball.

Dabei ist verschiedentlich in der Vergangenheit auch der FC St. Pauli genannt worden, insbesondere von Personen, die die Staatsanwaltschaft als Beschuldigte vernommen hat. Hierzu hat der Verein bereits in der Vergangenheit eine Stellungnahme abgegeben und sich ganz besonders auch schützend vor den namentlich genannten Spieler Mathias Hain gestellt. Und dies völlig zu Recht, denn die ohne Prüfung und unverantwortlich geäußerten Vorwürfe gegen Matthias Hain haben sich nach unserer Auffassung als völlig haltlos erwiesen.

Weiterhin haben Medien berichtet, dass eine Reihe weiterer Spieler aus dem aktuellen Kader zusammen mit dem früher für den FC St. Pauli spielenden René Schnitzler sogenannte „Wettpaten“ getroffen haben sollen. Indes hat einer dieser Wettpaten eingeräumt, die Spieler nie gesehen und dieses nur vom „Hörensagen“ erfahren zu haben. Der FC St. Pauli legt Wert auf die Feststellung, dass sowohl der Verein als auch alle in irgendeinem Zusammenhang genannten Spieler des aktuellen Kaders voll und ganz die Arbeit der Staatsanwaltschaft unterstützen. Dazu zählt insbesondere, dass kürzlich drei Spieler der Lizenzmannschaft (Florian Bruns, Ralph Gunesch und Carsten Rothenbach) der Staatsanwaltschaft als Zeugen Rede und Antwort gestanden haben. Dies ist ein völlig normaler Vorgang, er belegt einzig, dass beim FC St. Pauli alle Kräfte gebündelt werden, um die Fakten aufzuklären.

Der Verein legt weiterhin Wert auf die Feststellung, dass gegen keinen dieser drei Spieler in irgendeiner Weise ein Verdacht der Spielmanipulation vorliegt. Ebenso wird gegen keinen von ihnen, oder weitere Spieler aus dem aktuellen Kader, ermittelt.

Die Vereinsführung und die sportliche Leitung sind zu 100% davon überzeugt, dass die von den eigentlich Beschuldigten wahllos geäußerten Vorwürfe unter Nennung von Namen sich als das herausgestellt haben, was sie tatsächlich sind, nämlich Unwahrheiten. Verbunden mit der Absicht sich selbst zu entlasten oder noch mehr zu bereichern.

Deshalb ist es aus Sicht des Vereins auch eine besondere Verantwortung der Medien, genau zu differenzieren und nicht etwa auf eine bloße Namensnennung hin einzelne Spieler auch nur in den Dunstkreis der Manipulation zu rücken.

Der Unfallzeuge ist kein Unfallbeteiligter!

Der Verein wird sich mit rechtlichen Schritten gegen Darstellungen wehren, die den Eindruck erwecken, Spieler des aktuellen Kaders hätten an Manipulationen teilgenommen.“