Julius-Hirsch-Preis 2014

15. Oktober 2014: DFB-Preisverleihung in Gelsenkirchen

Die Münchner Fangruppe Schickeria bekam am gestrigen Dienstag den  diesjährigen Julius-Hirsch-Preis verliehen! Die 2005 durch den DFB ins Leben gerufene Auszeichnung ehrt Personen, Initiativen und Vereine, die sich gegen Diskriminierung und Rassismus einsetzen. Benannt ist der Preis nach Julius Hirsch, einem deutschen Nationalspieler jüdischen Glaubens, der 1943 in Auschwitz ermordet wurde.

Die Ultra-Gruppe Schickeria erhielt gestern im Rahmen des DFB-Länderspiels gegen Irland in Gelsenkirchen die Auszeichnung. Ihr Engagement gilt dem ehemaligen Bayern-Präsidenten Kurt Landauer, der auf Grund seines jüdischen Glaubens 1938 ins KZ Dachau interniert wurde. Nach achtjährigem Exil in der Schweiz kehrte Landauer nach München zurück und war maßgeblich am damaligen Wiederaufbau des FC Bayern beteiligt.
Die Schickeria machte es sich zur Aufgabe, die Verdienste Landauers nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Müller, ein langjähriges Schickeria-Mitglied erklärt: "Für uns stand früh fest, dass Landauer eine Identifikationsfigur darstellt. Die Schickeria hat eine klare anti-rassistische Ausrichtung. Landauers Geschichte ist für uns von großer Bedeutung."
Auch DFB-Präsident und Juryleiter Wolfgang Niersbach erkennt: "Die Schickeria hat ein deutlich sichtbares Zeichen gegen jede Art der Diskriminierung gesetzt."
Das Engagement zeigt sich in Choreographien, Lesungen und Fußballturnieren, die von der Fangruppe veranstaltet werden.

Der zweite Platz geht an eine Aktion von Borussia Dortmund, der Fan- und Förderabteilung, dem Fanprojekt sowie der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache. Anhänger des BVB besuchten polnische Gedenkstätten und erinnerten damit an etwa 800 jüdische Männer und Frauen, die 1942 nach Polen ausgewiesen wurden und nicht zurückkehrten.

Die Volkshochschule Roth bekommt für ihr pädagogisches Begleitprogramm zur Ausstellung "Kicker, Kämpfer und Legenden" den dritten Preis.

Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger!