Ist der Ruf erst ruiniert

13. Juli 2012: Fifa-Boss Blatter und die Schmiergelder

Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat veröffentlicht, dass der ehemalige Fifa-Präsident Joao Havelange und sein Ziehsohn Ricardo Teixeira vom mittlerweile insolventen Vermarkter ISL zusammen zweistellige Millionensummen erhalten haben, um der Agentur unter anderem Fernsehrechte von Weltmeisterschaften zuzuschlagen. Das sei dem Weltverband auch bekannt gewesen, heißt es im staatsanwaltschaftlichen Schreiben: "Nicht infrage gestellt werden kann die Feststellung, dass die Fifa Kenntnis von Schmiergeldern an Personen ihrer Organe hat."

Peter Ahrens kommentiert bei  Spiegel Online die Rolle von Sepp Blatter: „Seine Mitwisserschaft um die millionenschweren Bestechungszahlungen an die früheren Fifa-Granden João Havelange und Ricardo Teixeira ist damit quasi aktenkundig. Neu sind die Vorwürfe allerdings nicht, sondern seit Jahren belegt durch die Recherchen von Journalisten wie dem Briten Andrew Jennings, dem Schweizer Jean-François Tanda oder Spiegel Online-Mitarbeiter Jens Weinreich. Der Vorsitzende des Fußball-Weltverbands steht nun ganz offiziell da als einer, der über die Schmiergelder an die beiden brasilianischen Sportfunktionäre Bescheid wusste, aber nichts unternahm. Anderswo wäre das ein Grund für den Vorsitzenden, zu gehen. Anderswo ist nicht die Fifa.“