Integrationshilfe Fußball

16. Juli 2010: Interview mit Halil Altintop

Im Interview mit Michael Eder (Frankfurter Allgemeine Zeitung) spricht Halil Altintop vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt über die multikulturelle deutsche Nationalmannschaft. Der Fußball habe die Kraft, integrationsfördernd zu wirken: „Man hat schon vor ein paar Jahren absehen können, dass der Zeitpunkt kommen würde, von dem an nicht nur ‚wirklich Deutsche‘ für Deutschland spielen, sondern auch Deutsche mit anderen Wurzeln. Wir sind international, multikulturell geworden, und das ist die Entwicklung, von der Deutschland bei diesem Turnier profitiert.“

Den Aufstieg von Mesut Özil zu einem der Leistungsträger des DFB-Teams sieht Altintop positiv: „Das ist ein Superzeichen. Mittlerweile identifizieren sich sehr viele ‚Ausländer‘ viel mehr als früher mit der deutschen Mannschaft. Es ist sehr wichtig, dass sie das tun, weil wir in einer Gesellschaft leben, in der es nicht mehr danach gehen soll, ob jemand Türke ist oder Deutscher oder Tunesier oder Italiener. In diesem Bereich ist der Fußball, ist die Nationalmannschaft vorbildlich.“

Seine Entscheidung, für die Türkei zu spielen und nicht für die deutsche Auswahl, sei eine aus dem Bauch heraus gewesen: „Ich habe nach meinem Gefühl entschieden. Das war der Moment, als ich gesagt habe, ich werde für das Land spielen, aus dem meine Eltern kommen.“ Der zukünftigen Integration sehe er mit einem guten Gefühl entgegen: „Ich glaube, dass sich in den nächsten Jahren in Deutschland viel mehr Deutsche mit ausländischen Wurzeln in allen gesellschaftlichen Bereichen emporarbeiten werden. Es werden noch viele neue Gesichter nach oben kommen und erfolgreich für Deutschland sein, nicht nur im Fußball.“