Günstige Zeit für Politik

21. Juni 2010: WM schiebt Regierung von den Titelseiten

Stefan Heinlein (dradio.de) sprach im Interview mit dem Kommunikationswissenschaftler Raimar Zeh über den Einfluss der WM in der nationalen Politik. Die deutsche Niederlage habe auch etwas Gutes, denn „unter Umständen ist die Niederlage jetzt gar nicht so tragisch für die Politik, weil sie sehr stark die Medien beschäftigt. Also die Nationalmannschaft ist weiterhin in den Schlagzeilen, sie ist auf den Titelseiten, sie ist selbst in den Nachrichtensendungen auf der Nummer eins. Das schiebt die Politik nach hinten und das nützt zurzeit noch der Regierung.

Natürlich wäre es im Sinne von Merkel, wenn die deutsche Nationalmannschaft sehr erfolgreich wird, das wirkt sich auf die Stimmung auf, aus und das kann ihr gut tun.“ Dass die Regierung das harte Sparpaket bewusst während der WM präsentiert habe, da der Bürger es vielleicht nur am Rande registrieren würde, sieht Raimar Zeh nicht: „Also ich denke, das war in der Tat ein Zufall. Wenn sie es geplant hätten, hätten sie noch ein paar Tage gewartet und das erst nach Spielbeginn sozusagen lanciert. Ich denke, die Regierung ist im Moment zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um so strategisch auf doch nicht ganz so zentrale Aspekte der Politikdarstellung zu achten.“  Zum Interview