Große Unterschiede

18. Juli 2012: Gehörlose Spieler zahlen selbst für Teilnahme an der WM

Einziger Physiotherapeut bei der Arbeit

Axel Brügmann von  filmblau° Produktion berichtet vom 17. Juli 2012:

Der Morgen danach. Die Stimmung beim Frühstück ist gut, obwohl man das Auftaktspiel gestern gegen die Türkei verloren hat. Aber die Spieler wissen, dass sie alles gegeben haben und ein Unentschieden verdient gewesen wäre. Die Chancen dafür waren auf jeden Fall vorhanden.

Um 9 Uhr macht sich die Mannschaft auf den Weg zum Spiel der beiden Gruppengegner USA und Südkorea. Die USA sind Mitfavorit auf den Titel und das zeigen sie in diesem Spiel. Südkorea, die große Unbekannte, überrascht mit offensivem und technisch starkem Spiel. Das Tempo und die Qualität des Spiels sind hoch. In jedem Fall wird klar, dass keiner der beiden Gegner im Vorbeigehen zu schlagen ist. Am Ende geht das Spiel 6:4 für die USA aus. Für Nationaltrainer Frank Zürn ist klar: Die Schwachstelle der beiden Mannschaften liegt hinten in der Abwehr.

Am Nachmittag ist Erholung angesagt. Der einzige Physiotherapeut, Ralf, muss sich um die insgesamt 20 Spieler kümmern. Jeder Spieler darf eine Viertelstunde Massage in Anspruch nehmen, danach ist der nächste an der Reihe.

Der nächste große Unterschied zu Jogis Jungs: Anstatt eine Siegprämie einzustreichen, zahlen die Jungs einen Eigenanteil von 160€, um an diesem Turnier teilnehmen zu können. Der Verband kann die Kosten aus eigenen Mitteln nicht bestreiten. Ohne diesen Obolus wäre eine Teilnahme an der WM nicht möglich. Nichtsdestotrotz: Die Stimmung ist wie immer gut, die Jungs freuen sich auf die nächsten Tage und vor allen Dingen auf das nächste Gruppenspiel am kommenden Donnerstag gegen die USA.

Weitere Berichte von Axel Brügmann über die Dreharbeiten während der Gehörlosen WM 2012 finden Sie hier