Gegen die Willkür

23. Juni 2011: Landgericht Hof urteilt gegen das Sportgericht des Bayerischen Fußballverbandes

Nach einem Becherwurf im Bayernliga-Spiel gegen den FC Ingolstadt 04 II zog das Sportgericht des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) der SpVgg Bayern Hof im Mai zwei Punkte ab und verurteilte den Verein zu einer Strafzahlung von 1.000 Euro. Der Fünftligist war mit dieser Entscheidung einen Spieltag vor Saisonschluss rechnerisch abgestiegen. Der Präsident von Bayern Hof, Reiner Denzler, war mit dieser Entscheidung nicht einverstanden, zog vors Landgericht Hof und gewann. Das Sportgericht nahm den Punktabzug wenige Tage vor dem letzten Spieltag zurück. Weil Bayern Hof sowohl am letzten Spieltag als auch seine Relegationsspiele gewann, blieb der Verein doch in der Liga. Stattdessen stieg die SpVgg Bayreuth ab, die sich nun ebenfalls juristisch wehren will.

Es passiert äußerst selten, dass deutsche Gerichte über Entscheidungen eines Sportverbands urteilen. Es gilt die sogenannte Verbandsautonomie, also die juristische Unabhängigkeit des Sports. Der "Fall Hof" könnte die jetzt infrage stellen.  Zeit Online interviewt dazu den Präsidenten der SpVgg Bayern Hof, Reiner Denzler.