Fußball ohne Männer

12. Januar 2011: Vorschlag von Ajax Amsterdam

Das Cupspiel zwischen Ajax Amsterdam und AZ Alkmaar vor wenigen Wochen fand nach dem Angriff eines Amsterdamer Fans auf den Gästetormann ein abruptes Ende. Das Spiel soll nun wiederholt werden, und zwar ganz ohne Fans. Jetzt allerdings hat Ajax eine noch bessere Idee und beim niederländischen Fußballverband einen Antrag gestellt, Frauen und Kinder zuzulassen.

Akademie-Mitglied  Nicole Selmer im österreichischen Fußballmagazin  ballesterer hält das für “totalen Unsinn“: “Geisterspiele sind Kollektivstrafen, die zu einem überwältigenden Teil Fans und Zuschauer treffen, die mit dem zugrundeliegenden Vorfall nichts, aber auch gar nicht zu tun hatten. Die Tatsache, dass diese Form der Sanktion sich anhaltender und womöglich sogar zunehmender Beliebtheit erfreut, macht sie keineswegs sinnvoller. Auf die Gesamtkollektivstrafe 'Keine Zuschauer' eine weitere, vermeintlich differenzierende, nämlich 'Keine Männer' draufzusetzen, ist lediglich eine Fortschreibung dieser Logik. Ja, in der Tat: Gewalt beim Fußball geht überwiegend von Männern aus – wahrscheinlich gilt das auch für Übergriffe von Polizei und Ordnerpersonal –; Gewaltverherrlichung und Männlichkeitskult sind für viele (Männer wie Frauen) Bestandteil von Fußballfankultur; Frauen wird das Recht und die Fähigkeit, ebenso Fan zu sein wie Männer, nur zu gerne abgesprochen – das sind Dinge, die eine Diskussion wert sind und die sich ändern sollten.“