European Club Association

Politikwissenschaftler Simon Hameister untersucht die 2008 gegründete ECA, die die Interessen der Europäischen Top-Clubs gegenüber FIFA und UEFA vertritt.

Im Januar 2008 wurde in Nyon mit der European Club Association (ECA) eine Interessensvertretung europäischer Top-Vereine gegründet. Sie ersetzt die bis dahin bestehende G-14-Gruppe der europäischen Fußballclubs und umfasst derzeit knapp 200 Mitglieder. Meist über ihren Vorsitzenden, Bayern-Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenige, formuliert die ECA Ansprüche gegenüber den internationalen Verbänden UEFA und FIFA, um die eigenen sportlichen und vor allem wirtschaftlichen Interessen zu wahren. Knackpunkte sind regelmäßig die Länderspieltermine und die Kostenfrage im Zusammenhang mit Verletzungen bei den Nationalmannschaften.

Der andauernde Streit zwischen dem FC Bayern München und dem niederländischen Fußballverband wegen (zuerst) Arjen Robben und (nun auch) Mark van Bommel zeigt, welch Konfliktpotential an dieser Stelle herrscht. Zwar spielt sich die Auseinandersetzung bislang in erster Linie zwischen den beiden beteiligten Parteien ab, wenn es jedoch um eine institutionalisierte, längerfristige Lösung der Problematik geht, gewinnt die ECA größere Bedeutung. Denn Politikwissenschaftler Simon Hameister spricht der Vereinigung durchaus Handlungs- und Konfliktfähigkeit zu – konkret: Die Zusammensetzung ermöglicht es, bei geschlossenem Boykott der Mitglieder, die europäischen Club-Wettbewerbe komplett lahm zu legen und die internationalen Verbände damit gehörig unter Druck zu setzen.

Grund genug, sich mit der Zusammensetzung und der Funktionsweise der ECA vertraut zu machen. Einblicke bietet der Aufsatz von Simon Hameister, der hier zum Download bereit steht:

 Ein politikwissenschaftlicher Blick auf die European Club Association (ECA) (pdf, 166 KB)

 

Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur bedankt sich für die freundliche Bereitstellung des Textes.

 

Lesen Sie auch von Simon Hameister:

 Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Interessenverband (pdf, 707 KB)
Master-Arbeit (Vergleichende Politikforschung, Tübingen), 2009.