Eine Chance zur Änderung

13. Dezember 2010: Sylvia Schenk über Korruption im Sport

Sylvia Schenk, ehemalige Vorsitzende von Transparency International, schreibt in der Süddeutschen Zeitung über ihre Erfahrungen mit Korruption im Sport:  „Im Herbst 2008 war ich als Vorsitzende von Transparency International Deutschland zur Internationalen Anti-Korruptions-Konferenz in Athen. Beim abendlichen Empfang wurde mir plötzlich klar, wie grundsätzlich sich mein Umfeld im Vergleich zu den Olympischen Spielen 2004 geändert hatte.

Damals war ich auch in Athen, als damalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer und Mitglied des Präsidiums des Radsport-Weltverbandes. Nun, bei der Anti-Korruptions-Konferenz, begegnete ich etlichen Persönlichkeiten, die wegen ihres Einsatzes gegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen zu Hause im Gefängnis gesessen hatten. Vier Jahre zuvor, beim Sport, hatte ich damit rechnen müssen, in den VIP-Räumen auf Funktionäre zu treffen, die eigentlich wegen Korruption ihres Amtes enthoben oder sogar ins Gefängnis gehörten.

Die aktuelle Empörung über die Fifa umfasst einige weltweit nicht unwichtige Länder und animiert hoffentlich auch Global Player, die den Sport sponsern, zum Handeln. Darin liegt eine Chance, endlich Änderungen in Strukturen und Personalrekrutierung des internationalen Sports in Gang zu setzen. Dies wird nicht von heute auf morgen gehen, es sind viele kleine Schritte nötig. Aber es lohnt sich: Damit der Sport die Hoffnung, die er bei den Menschen in aller Welt weckt, insbesondere bei den Benachteiligten, auch wirklich erfüllt. Und nicht den Falschen nutzt.“