"Ein Stadionbesuch war noch nie so sicher wie heute"

4. April 2012: Die Wissenschaft konkurriert mit der öffentlichen Wahrnehmung.

Wer in den letzten Monaten die Fußballberichterstattung verfolgte, konnte zu dem Schluß kommen, es würden anarchische Zustände in den deutschen Fußballstadien herrschen: Unkontrolliertes Abbrennen von Pyrotechnik inmitten der Zuschauerränge, dazu ein Vielzahl von betrunkenen, gewaltbereiten Fans, Ultras und Hooligans, oder welche Begriffe man sonst gerne in einen Topf wirft. Jedenfalls sei der Fußball - wenigstens mittelfristig - kein Platz mehr für Familien, die sich um die Sicherheit ihrer Kinder sorgen.

Weit gefehlt - meint jedenfalls Harald Lange: "Ein Stadionbesuch war noch nie so sicher wie heute", gibt der Professor der Sportwissenschaften der  Financial Times Deutschland zu Protokoll. Zusammen mit dem Politikwissenschaftler und Psychologen Martin Thein sowie dem Kriminologen Jannis Linkelmann gründete Lange Anfang diesen Jahres das  Institut für Fankultur. Ziel ist es, ein differenziertes Bild der komplexen Materie zu zeichnen und vor allem zu vermitteln. Denn "der Bevölkerung, den Medien, Verbänden und Polizisten fehle oft das fundierte Wissen" - weshalb der oben geschilderte Eindruck entstehe.